
Getestet bei Windgeschwindigkeiten von bis zu 32 Knoten auf Maui
Parawings entwickeln sich rasant zu einem der größten Trends im Foilen, denn sie verbinden die Möglichkeit, gegen den Wind zu fahren, mit der Freiheit, den Wing wegzustecken und freihändig auf den Wellen zu reiten. Mit dem PYRO ist VAYU nun in den wachsenden Parawing-Markt eingestiegen – mit einem kompakten Singleskindesign, das sich an erfahrene Foiler und Wingfoiler richtet.
Wir hatten die Gelegenheit, den VAYU PYRO 3,2 m auf Maui zu testen, und da Maui nun mal Maui ist, herrschten nicht gerade Laborbedingungen. Unser Test umfasste alles von relativ milden Passatwinden mit 22–24 Knoten bis hin zu Böen von rund 32 Knoten.
Da VAYU den offiziellen Windbereich des 3,2 m großen PYRO mit 18–28 Knoten angibt, wollten wir natürlich herausfinden, was passiert, wenn man den Parawing über seine vorgesehene Obergrenze hinaus ausreizt.
VAYU hat den PYRO nach einem einfachen Konzept entwickelt: einen ultraleichten Parawing zu schaffen, der sich leicht gegen den Wind fliegen lässt, schnell verstaut und wieder einsatzbereit ist.
Der PYRO verfügt über ein kompaktes Singleskin Design, kombiniert mit relativ kurzen Leinen und dem neuen „Bridge Bar “-Steuersystem von VAYU. Laut VAYU war es das Ziel, ein Handling zu schaffen, das sich direkt, ruhig und berechenbar anfühlt – besonders für Fahrer, die vom Wingfoilen kommen.
Das PYRO wurde an anspruchsvollen Foiling-Spots entwickelt und getestet, darunter die Columbia River Gorge, Fuerteventura und Hawaii.
Erhältlich sind die Größen 2,5 m, 3,2 m, 4,0 m und 5,0 m, wobei die 3,2 m genau in der Mitte der Palette liegen.

VAYU PYRO Wind-Serien
- 2,5 m: über 25 Knoten
- 3,2 m: 18–28 Knoten
- 4,0 m: 15–25 Knoten
- 5,0 m: 12–18 Knoten
Für die Passatwinde auf Maui schien die 3,2-m-Größe besonders interessant zu sein, also haben wir genau diese Version getestet.
Erster Eindruck: Ein wirklich schöner Rucksack
Bevor wir überhaupt zum Parawing selbst kommen, gibt es noch ein Detail, das erwähnenswert ist: den Rucksack.
Zum PYRO gehört ein kleiner Rucksack, der uns positiv überrascht hat. Das ist nicht nur so ein billiger Packsack, der das Produkt zusammenhalten soll, bis du zu Hause bist. Nein wir nehmen ihn mit aufs Wasser.
Er ist kompakt, schön verarbeitet und qualitativ hochwertig.

Das mag nach einem kleinen Detail klingen, aber beim Parawinging geht es vor allem darum, die Menge an Ausrüstung zu reduzieren, mit der man sich herumschlagen muss. Dass der komplette Parawing in einen kleinen, hochwertigen Rucksack passt, entspricht dieser Philosophie perfekt. Der Rucksack ist zudem ein enormer Mehrwert beim Kauf eines nicht gerade günstigen Produkts.
Die Bridge Bar
Eines der markantesten Merkmale des PYRO ist die „Bridge Bar“ von VAYU.
Anstatt die Flugleinen einfach an einer herkömmlichen Stangenkonstruktion zu befestigen, nutzt VAYU eine sogenannte „Bridge-Line-Architektur“. Jede Rippengruppe hat ihre eigene Vorleine, wodurch sich die Belastung des Schirms schrittweise erhöht, wenn der Fahrer die Leinen einzieht.
Auch der mittlere Bereich bleibt frei, was bedeutet, dass praktisch die gesamte Stange als Griffbereich genutzt werden kann. Du kannst deine Hände entlang der Stange bewegen, ohne in der Mitte auf Beschläge zu stoßen.
Die gebogenen Lenkerenden bieten einen weiteren nützlichen Anhaltspunkt für deine Hände und tragen gleichzeitig dazu bei, dass sich die Schnüre weniger leicht um die Enden wickeln.

Die Stangenlänge variiert je nach PYRO-Größe. Beim 3,2-Meter-Modell kommt eine kompakte 315-mm-Stange zum Einsatz, was praktisch ist, wenn du alles auf dem Foil verstauen musst.
Kürzere Leinen und weniger Unordnung
Jeder, der schon mal mit Parawings experimentiert hat, weiß, dass die Leinen schnell zu einem der einschüchterndsten Teile des Systems werden können.
VAYU hat sich offensichtlich Gedanken darüber gemacht, wie man die Dinge überschaubar hält.
Der PYRO hat kurze Mittelleinen von etwa 1,3 bis 1,5 Metern, je nach Größe. Der 3.2 hat 1.370 mm lange Leinen. Das kürzere System soll das Abbremsen, das Einziehen des Schirms, das Verstauen und den Neustart erleichtern.
Die Leinen sind außerdem farblich gekennzeichnet, was das Auspacken des Parawings erheblich erleichtert.
Das A/B/C/D-Layout mit Brems-Risers mag auf den ersten Blick kompliziert aussehen, aber in der Praxis funktioniert das System ganz reibungslos. Das ist wichtig, wenn du bei Wind auf einem Foilboard stehst und deine Session nicht damit verbringen willst, Leinen zu entwirren.
Maui-Test Nr. 1: Mal sehen, was bei 32 Knoten passiert
Unser erster ernsthafter Test auf Maui verlief schließlich deutlich extremer als geplant. Der Wind wehte kräftig, mit Böen von bis zu etwa 32 Knoten.
Zum Vergleich: VAYU gibt für den PYRO 3.2 einen oberen empfohlenen Windbereich von 28 Knoten an. Wir haben den Parawing daher mehrere Knoten über dem vom Hersteller angegebenen Bereich getestet.
Und das Interessante daran war, dass der PYRO das tatsächlich geschafft hat.
Der Schirm blieb gut kontrollierbar, und der Parawing selbst wurde nicht plötzlich instabil, nur weil wir die 28-Knoten-Marke überschritten hatten.
Aber es ist ein großer Unterschied, ob etwas bei so starkem Wind fliegen kann und ob es tatsächlich Spaß macht oder sinnvoll ist, damit zu fahren.
Bei über 30 Knoten war die Leistung einfach zu hoch, um den 3,2 sinnvoll zu manövrieren. Alles läuft schneller ab, die Belastungen nehmen zu und das Steuern des Parawings wird zum wichtigsten Teil des Erlebnisses.
Mit anderen Worten: Wir haben die Grenze auslotet – und das hat bestätigt, warum VAYU 28 Knoten als Obergrenze für den vorgesehenen Einsatzbereich des 3,2 angibt. Unter diesen Bedingungen wäre der kleinere 2,5-Meter-PYRO eindeutig die passendere Wahl.
VAYU PYRO 3.2 Video-Testbericht – Kapitel
0:00 – Intro
0:29 – Der Rucksack
1:44 – Der Lenker
2:44 – Die Leinen / Das Segel
4:04 – Schnelltest hinter dem Haus
4:51 – In Kanaha
5:35 – Verrückte Windverhältnisse
6:55 – Normale Windverhältnisse
8:13 – Weitere Besonderheiten
Schaut euch unseren kompletten Test des VAYU PYRO 3.2 Parawing auf Maui an, um die Ausrüstung im Detail zu sehen und – was noch wichtiger ist – um zu erfahren, wie sie sich geschlagen hat, als die Passatwinde auf Maui von angenehm zu völlig verrückt wurden.
Maui-Test Nr. 2: 22–24 Knoten – das ändert alles
Bei unserer nächsten Tour hatten wir viel angenehmere Maui-Passatwinde von etwa 22–24 Knoten.
Und genau da hat der PYRO 3.2 wirklich Sinn gemacht.
Unter diesen Bedingungen flog der 3.2 hervorragend.
Anstatt einfach nur zu versuchen, die überschüssige Kraft in den Griff zu bekommen, könnten wir uns eigentlich darauf konzentrieren, den Parawing zu fliegen, das Foil zu steuern und ein besseres Gefühl für die Eigenschaften des PYRO zu bekommen.
Die Kraftübertragung fühlte sich kontrolliert und berechenbar an, und dank des kompakten Lenkers lassen sich relativ kleine Korrekturen ganz einfach vornehmen.
Das kam dem, was VAYU als das beabsichtigte Flugverhalten des PYRO beschreibt, schon viel näher: ein Paraglider, der sich eher ruhig und direkt anfühlt als nervös.
VAYU selbst weist darauf hin, dass Parawinging am besten bei gleichmäßigem, stetigem Wind funktioniert, während sehr böige Bedingungen das Erlebnis deutlich anspruchsvoller machen. Unsere Tests auf Maui haben diese Aussage definitiv bestätigt.
Einfach verstauen und losfahren
Natürlich besteht der große Reiz eines Parawings nicht einfach darin, damit herumzufliegen, während man ihn festhält.
Darauf kommt es erst richtig an – was als Nächstes passiert.
Nutze den Parawing, um genug Kraft zu erzeugen, damit du auf das Foil kommst und dich gegen den Wind vorarbeiten kannst. Sobald du in Position bist, nimm Kraft vom Segel, zieh es heran, verstau es und nutze die Energie des Meeres, um mit leeren Händen vor dem Wind zu foilen.
Hier kommen die kurzen Leinen, die kompakte Bar und das leichte Segel des PYRO besonders zum Tragen.
Alles wurde so konzipiert, dass du beim Übergang vom motorisierten Fahren zum Free-Foiling möglichst wenig Ausrüstung verwalten musst.
Und genau das macht die aktuelle Parawing-Bewegung letztendlich so interessant. Es ist nicht einfach nur eine weitere Alternative zum herkömmlichen Flügel. Es eröffnet einen ganz neuen Stil des Foilens.
Unser Fazit zum VAYU PYRO 3.2
Unsere Sessions auf Maui waren für den PYRO ein ziemlich heftiger Einstieg.
Bei Windböen um die 32 Knoten zeigte das 3.2, dass es auch mit Bedingungen zurechtkommt, die über seinen offiziellen Bereich von 18–28 Knoten hinausgehen. Aber nur weil etwas möglich ist, heißt das noch lange nicht, dass es auch sinnvoll ist. Zu diesem Zeitpunkt war die Kraft einfach zu groß, um den Parawing effektiv zu manövrieren.
Als wir jedoch wieder in den Bereich von 22–24 Knoten kamen, machten wir eine ganz andere Erfahrung.
Hier flog der VAYU PYRO 3.2 extrem gut, mit vorhersehbarer Kraft und einem sauberen, direkten Gefühl über die Bridge Bar.
Uns gefallen auch einige der weniger glamourösen Details: das kurze und gut durchdachte Tragegurtsystem, die kompakte Stange und vor allem der überraschend schöne kleine Rucksack, der zum Parawing gehört.
Der PYRO wirkt wie ein Produkt, das genau auf die Wünsche der Parawing-Fahrer zugeschnitten ist: weniger Ausrüstung, weniger Schnickschnack und ein leichterer Übergang vom motorisierten Foilen zum freihändigen Fahren auf den Wellen.
Und nachdem wir das 3.2 in allen möglichen Situationen getestet haben – von den normalen Maui-Passatwinden bis hin zu Bedingungen, bei denen wir wahrscheinlich besser das 2.5 genommen hätten –, können wir eines mit Sicherheit sagen:
Das PYRO 3.2 hat einen ziemlich beeindruckenden Einsatzbereich – aber bei etwa 22–24 Knoten hatten wir den größten Spaß.
