
20 Kilometer entlang der Uferlinie
20,38 Kilometer möglichst entlang der gesamten befahrbaren Uferlinie, eine Zielzeit von unter drei Stunden und deutlich mehr Wind als vorhergesagt: Eike Zywietz hat sich am Tegernsee einer ganz persönlichen SUP-Challenge gestellt. Nach 3:05 Stunden war die Runde geschafft – nur fünf Minuten fehlten zum selbst gesteckten Zeitziel.
Eike Zywietz kennt den Tegernsee gut. Seit rund 16 Jahren verbringt der Diplom-Sportwissenschaftler regelmäßig Zeit in der Region. Nach einigen entspannten Urlaubstagen zieht es ihn allerdings meist wieder zum Sport – und gerne zu einer neuen persönlichen Herausforderung.
So entstand in diesem Jahr die Idee, den Tegernsee mit dem Stand-up-Paddleboard zu umrunden. Allerdings nicht einfach auf einer möglichst kurzen Strecke: Zywietz wollte möglichst vollständig der tatsächlich befahrbaren Uferlinie folgen, inklusive zugänglicher Buchten und unter konsequenter Berücksichtigung der Natur- und Uferschutzzonen.
Drei Testtouren zur Vorbereitung
Eine solche Runde lässt sich nicht einfach anhand einer Karte planen. Deshalb erkundete Zywietz die Strecke zunächst in drei einzelnen SUP-Touren von rund 5, 10 und 13,5 Kilometern.
Dabei ging es vor allem darum herauszufinden, welche Uferabschnitte tatsächlich befahrbar sind. Verschiedene Uferschutzzonen müssen umfahren werden. Hinzu kommen besonders im Norden des Tegernsees sehr flache Bereiche, in denen die Finne seines Boards auf Grund laufen würde.
Da die Testtouren auch längere Querungen über den See beinhalteten, entsprachen deren Gesamtdistanzen nicht direkt der späteren Route. Die tatsächlich erkundeten Uferabschnitte lagen bei ungefähr 4, 9 und 7 Kilometern.
Damit stand fest: Eine möglichst vollständige Runde entlang der befahrbaren Uferlinie würde auf etwa 20 Kilometer kommen.
Das Ziel: Tegernsee-Runde unter drei Stunden
Mit der Route stand auch die nächste Frage im Raum: Wie schnell lässt sich diese Strecke paddeln?
Zywietz setzte sich eine klare Marke: unter drei Stunden.
Für eine Distanz von rund 20 Kilometern bedeutete das, konstant eine Durchschnittsgeschwindigkeit von knapp 6,7 km/h zu halten. Aus der Erkundungstour wurde damit eine echte sportliche Challenge.
Start um 7:12 Uhr in Rottach-Egern
Am Tag der Challenge ging es früh los. Um 7:12 Uhr startete Zywietz in Rottach-Egern.
Die Wetterprognosen sahen zunächst vielversprechend aus. Auf dem Wasser zeigte sich jedoch schnell ein anderes Bild. Der Wind war deutlich stärker als von den Wetter-Apps vorhergesagt.
Besonders auf der Ostseite des Sees, von Rottach-Egern vorbei an Tegernsee in Richtung Strandbad Kaltenbrunn, wurde das Wasser zunehmend unruhig und wellig. Zywietz musste seine Linie immer wieder korrigieren und deutlich mehr Kraft investieren als ursprünglich eingeplant.
Gerade bei einer Challenge, bei der es auf eine möglichst konstante Durchschnittsgeschwindigkeit ankommt, kosteten diese Bedingungen wertvolle Zeit.
Erst auf der gegenüberliegenden Seite, vorbei an Bad Wiessee und im Bereich Ringsee, wurde das Wasser wieder ruhiger.
20,38 Kilometer in 3:05 Stunden
Nach etwas mehr als drei Stunden war die Runde geschafft:
Distanz: 20,38 km
Zeit: 3 Stunden 5 Minuten
Durchschnittsgeschwindigkeit: 6,7 km/h
Die angestrebte Drei-Stunden-Marke verfehlte Zywietz damit um lediglich fünf Minuten. Angesichts der unerwartet schwierigen Bedingungen fiel das Fazit dennoch positiv aus. Entscheidend war für ihn vor allem, die zuvor ausgearbeitete Route tatsächlich komplett gepaddelt zu sein.
Nicht die erste Tegernsee-Challenge
Die SUP-Umrundung war zudem nicht Zywietz‘ erste persönliche Ausdauer-Challenge am Tegernsee.
Bereits 2021 schwamm er vom Strandbad Rottach-Egern bis zum Strandbad Kaltenbrunn. Die Strecke betrug rund 6,8 Kilometer und sorgte damals ebenfalls für Aufmerksamkeit in der lokalen Presse.
Fünf Jahre später folgte nun gewissermaßen die Fortsetzung – diesmal nicht schwimmend quer über den See, sondern mit dem SUP möglichst vollständig um ihn herum.
Vom Triathlon über HYROX zum Stand-up-Paddling
Die sportliche Grundlage für solche Projekte bringt Zywietz mit. Er ist Diplom-Sportwissenschaftler und Geschäftsführer der Gipfelkurs GmbH in Düsseldorf.
Viele Jahre war er im Triathlon aktiv und startete unter anderem bis zur 2. Bundesliga. Dazu kommen absolvierte Langdistanzen. Heute ist er unter anderem bei HYROX-Wettkämpfen aktiv.
Mittlerweile geht es ihm jedoch weniger um klassische Wettkampfergebnisse. Stattdessen sucht er sich eigene sportliche Projekte und persönliche Ziele.
Die Tegernsee-Runde passt genau in dieses Konzept: Strecke selbst erkunden, Herausforderung definieren und anschließend ausprobieren, was möglich ist.
Mit 20,38 Kilometern in 3:05 Stunden fehlten am Ende zwar fünf Minuten zur Wunschzeit. Dafür steht nun eine komplett gepaddelte Runde entlang der befahrbaren Uferlinie des Tegernsees in seiner persönlichen Bilanz.
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