
Das Potenzial von SUP-Rennen in der Schweiz
Die Etappe der European SUP League in Richterswil bei Zürich in der Schweiz hat gezeigt, wie viel Potenzial sowohl in unserem Sport als auch am Austragungsort der Veranstaltung steckt. Organisatoren, Athleten, Medienvertreter und Zuschauer kamen das ganze Wochenende über in den Genuss von perfektem Wetter und idealen Rennbedingungen.
Es war toll, so viele große Namen aus dem Sport in der Schweiz zu sehen. Das starke Teilnehmerfeld sorgte vor einem sonnenverwöhnten Schweizer Publikum am „The Horn“ in Richterswil für spannende Rennen. Auch wenn wir bisher noch keine ESL-Veranstaltung hautnah miterlebt hatten, deuteten unsere ersten Eindrücke darauf hin, dass sich die Dinge in die richtige Richtung entwickeln.
Das Support-Team um Florian Gander und SUP Kultur hat bei der Einrichtung der Rennstrecken hervorragende Arbeit geleistet und gleichzeitig dafür gesorgt, dass Athleten und Zuschauer den ganzen Tag über gut versorgt waren. Die Veranstaltung war nicht nur ein großartiger Wettkampf, sondern auch eine wertvolle Gelegenheit, wieder mit Schweizer Athleten, Vertretern der Branche und Mitgliedern der lokalen SUP-Community in Kontakt zu kommen.
Besonders beeindruckend war die günstige Lage. Die als „The Horn“ bekannte Halbinsel liegt nur drei Gehminuten vom Bahnhof entfernt, verfügt über eine Tiefgarage und bietet sogar eine sehr schöne Jugendherberge direkt neben dem Park. Die Zuschauer konnten die Starts der Rennen aus nächster Nähe verfolgen und wurden von dem Geschehen auf dem Wasser bestens unterhalten. Wie immer hat Mathieu Astier von TotalSUP unermüdlich daran gearbeitet, das Event über die Social-Media-Kanäle zu übertragen.
Spannende technische Rennen in Richterswil
Was das Rennen angeht, wurden die Fans nicht enttäuscht. Das technisch anspruchsvolle Rennen war temporeich und bot zahlreiche Führungswechsel. Einmal gab es sogar etwas Aufregung, als mehrere Paddler die Strecke falsch interpretierten und in der zweiten Runde auf das falsche Tor zusteuerten. Trotz dieser kurzen Verwirrung verlief das Rennen insgesamt reibungslos.
Bei den Männern holte sich Aaron Sánchez den Sieg vor Luis Perotti und Fernando Pérez. Der Führende der ESL-Tour, Donato Freens, belegte den vierten Platz, gefolgt von Sergio García auf Rang fünf.
Bei den Frauen zeigte Alba Frey von Beginn an absolute Dominanz und sicherte sich den Sieg vor einer stark auftretenden Csillag Kocsis, die übrigens in dieser Saison bisher erst zweimal an den Start gegangen ist. Duna Gordillo wurde Dritte, gefolgt von der 17-jährigen Nuria García. Die junge Spanierin zeigte eine beeindruckende Leistung und kam vor einer der größten Namen des Sports, Esperanza Barreras, ins Ziel.
Kürzeres Format für Fernverbindungen
Nach den technischen Rennen hatten die Teilnehmer eine fast dreistündige Pause, um neue Energie zu tanken und sich auf das Langstreckenrennen vorzubereiten.
Die Rennstrecke folgte dem ESL-Format und bestand aus einer 6 Kilometer langen, dreirundigen Runde, was sicherlich nicht alle glücklich machte. Allerdings verkürzt sich dadurch die Rennzeit um fast die Hälfte. Aaron Sánchez absolvierte die Strecke in 34:44, während Duna Gordillo nach 35:47 die Ziellinie überquerte. Normalerweise sind wir daran gewöhnt, dass die Laufzeiten bei Langstreckenrennen über einer Stunde liegen. Dieses Format hat Vor- und Nachteile, aber dieser Artikel ist nicht der richtige Ort, um tiefer in diese Diskussion einzusteigen.
Eine bemerkenswerte Leistung bei den Frauen zeigte Anna Tschirky, die bewies, dass ihr Talent auch nach zwei Jahren Wettkampfpause ungebrochen ist. Sie sicherte sich einen Platz unter den Top 5, direkt hinter Esperanza Barreras.
Männer – Top 5 Langstrecke
- Aaron Sanchez – ESP – 34:44
- Sergio Cantoral – ESP – 34:46
- Luis Perotti – ESP – 34:47
- Ruben Cantoral – ESP – 34:49 (U18)
- Donato Freens – NED – 34:52
Top 5 der Frauen im Langstreckenlauf
- Duna Gordillo – ESP – 35:47
- Alba Frey – ESP – 35:58
- Csillag Kocsis – HUN – 35:59
- Espe Barreras – ESP – 36:54
- Anna Tschirky – SUI – 38:01
Richterswil zeigt das Potenzial des SUP-Rennsports auf
Betrachtet man die Veranstaltung als Ganzes, müssen wir erneut das enorme Potenzial hervorheben, das im SUP-Rennsport steckt, insbesondere an einem Austragungsort wie Richterswil. Leider waren die Teilnehmerzahlen zu gering, um die Veranstaltung als großen Erfolg zu bezeichnen. Letztendlich war dies einer der Gründe, warum die lokalen Behörden das Festival auf einen einzigen Tag verkürzt und die öffentlichen Fördermittel gekürzt haben.
Es war ermutigend zu sehen, dass die European SUP League ein so starkes Teilnehmerfeld an den Zürichsee gebracht hat. Letztendlich hat es aber nicht gereicht. Zu viele Paddler, Branchenvertreter und Mitglieder der Community waren nicht dabei.
Wir haben gesehen, dass Veranstaltungen erfolgreich sind, wenn SUP-Rennen Teil eines umfassenderen Festivalkonzepts sind. Bei diesem großartigen Veranstaltungsort liegt das Potenzial auf der Hand, aber zukünftige Ausgaben sollten weitere Wassersportdisziplinen mit einbeziehen. Foilen zum Beispiel erfreut sich im Raum Zürich großer Beliebtheit, und es in das Programm aufzunehmen, wäre ein wichtiger Schritt nach vorne.
Wenn man die Veranstaltung in ein echtes Wassersportfestival verwandeln würde, würde das ein breiteres Publikum anziehen, mehr Aufmerksamkeit erregen und dazu beitragen, das volle Potenzial sowohl des Veranstaltungsortes als auch des Sports selbst auszuschöpfen.
Wir möchten uns bei der ESL dafür bedanken, dass sie uns dabei unterstützt, unsere Leser auf dem Laufenden zu halten. Ein großes Dankeschön geht noch einmal an Florian Gander, der sich mit Leib und Seele für diese Veranstaltung eingesetzt hat.
Außerdem möchten wir unseren Lesern, die sich entschlossen haben, unsere Arbeit als Förderer zu unterstützen und sie damit erst möglich machen, ein großes Dankeschön aussprechen.
Online Abo
Magst Du den Content des Stand Up Magazins?
Mit einem Onlineabo hilfst Du die Zukunft des Stand Up Magazins zu sichern.
Werde Gönner und Supporter unserer Arbeit mit einem Online Abo.
Dein Abo ist ein Jahresbeitrag und erneuert jedes Jahr.
Dazu bist automatisch auf unserem GRATIS Newsletter mit dabei.

