
Exklusiv: Regeländerungen 2027
Das „Stand Up Magazin“ hat ein internes Dokument erhalten, das neun genehmigte Regelvorschläge enthüllt – darunter eine lang erwartete Weltmeisterschaftsklasse für die Altersklasse 60+ und eine interessante Verbindung zu Deutschland.
Es sieht so aus, als hätten die Stimmen der älteren SUP-Rennsportgeneration endlich Gehör gefunden. Vor dem Hintergrund erneuter Forderungen nach einer „60+“-Masters-Kategorie im Anschluss an die SUP-Weltmeisterschaften 2026 in Sabaudia, Italien, ist dem Stand Up Magazin ein internes Dokument zugespielt worden, das erhebliche Regeländerungen offenlegt, die für 2027 geplant sind.
Und die größte Neuigkeit? Eine „60+ Masters“-Klasse für Männer und Frauen wurde vom Vorstand genehmigt.
Das Dokument mit dem Titel „2027 SUP SR Rule Change Proposals“ enthält neun Änderungsvorschläge für die Wettkampfregeln im Stand-Up-Paddling der Internationalen Kanu-Föderation, die mittlerweile unter der Marke „Paddle Worldwide“ firmiert.
Laut dem Dokument, das dem „Stand Up Magazin“ vorliegt, haben alle neun Vorschläge im zuständigen Ausschuss und in der Sportkommission Zustimmung erhalten und wurden vom Vorstand genehmigt.
Auch wenn die endgültige Zustimmung des Kongresses in dem Dokument nicht vermerkt ist, ist es doch der bislang deutlichste Hinweis darauf, dass große Veränderungen bevorstehen.
Die große Neuigkeit: SUP-Weltmeisterschaften für Sportler über 60
Seit Jahren sind die Masters-Kategorien bei internationalen SUP-Wettkämpfen ein viel diskutiertes Thema. So wie sich der Sport weiterentwickelt, wächst auch seine Community.
Viele Sportler, die dazu beigetragen haben, Stand-up-Paddling als internationale Wettkampfsportart zu etablieren, gehen mittlerweile auf die 60 zu. Dennoch sind die Möglichkeiten, in ihrer eigenen Altersklasse um Weltmeistertitel zu kämpfen, nach wie vor begrenzt.
Nach den Weltmeisterschaften 2026 in Sabaudia wurden die Rufe nach einer eigenen Altersklasse „60+“ immer lauter.
Das „Stand Up Magazin“ hat sich kürzlich genau mit dieser Frage beschäftigt und darüber diskutiert, ob weitere Masters-Titel gerechtfertigt sind und ob der internationale SUP-Rennsport seine zwar in die Jahre gekommenen, aber nach wie vor äußerst konkurrenzfähigen Athleten besser würdigen sollte.
Nun deutet ein internes Dokument darauf hin, dass Paddle Worldwide genau in diese Richtung steuert.
Vorschlag Nr. 9 – Artikel 12.13.3 führt folgende Master-Kategorien ein:
- Männer ab 40 und Frauen ab 40
- Männer ab 50 und Frauen ab 50
- Männer ab 60 und Frauen ab 60 auf 14-Fuß-Hardboards
Als Begründung wird angeführt, dass man die Beteiligung steigern, den Bedürfnissen von Masters-Paddlern ab 60 Jahren gerecht werden und der wachsenden Gruppe älterer Sportler Rechnung tragen will.
Der Vorschlag wurde vom Ausschuss und von der Sportkommission positiv bewertet und anschließend vom Vorstand genehmigt.
Das ist eine bedeutende Entwicklung für eine Altersgruppe, die diesen Sport über Jahrzehnte hinweg mitgeprägt hat.
Die deutsche Verbindung: Wer steckt hinter dem Vorschlag?
Ein besonders interessantes Detail ist uns bei der Durchsicht des Dokuments aufgefallen.
Von den neun vorgeschlagenen Regeländerungen gehen acht auf das SUP-Komitee (SUPC) zurück. Nur eine trägt eine andere Bezeichnung: GER – Deutschland.
Und dieser Vorschlag ist nun mal die Einführung der Altersklasse „60+ Masters“.
Wer steckt denn in Deutschland hinter dieser Initiative?
War es eine Gruppe erfahrener Masters-Athleten, die sich für mehr Anerkennung eingesetzt hat? Entstand die Initiative innerhalb des deutschen Verbandes, oder wurde sie von jemandem vorangetrieben, der Deutschland international vertritt?
In dem Dokument wird weder die verantwortliche Person noch die Organisation genannt. Die deutsche Bezeichnung lässt jedoch vermuten, dass der Vorschlag über Deutschland eingereicht wurde und nicht direkt vom SUP-Ausschuss stammt.
Angesichts der Erfolge deutscher Masters-Athleten bei den letzten Weltmeisterschaften ist dieser Zusammenhang besonders interessant.
Das „Stand Up Magazin“ wird der deutschen Verbindung auf den Grund gehen. Vielleicht ist ja jemand, der an dem Vorgang beteiligt war, bereit, uns mehr darüber zu erzählen.
Acht weitere Regeländerungen für 2027
Die vorgeschlagene Kategorie „60+“ ist nicht die einzige Änderung. Paddle Worldwide plant außerdem, die Startbedingungen, die Paddelpositionen und die Ranglistenregeln zu überarbeiten.
1. Änderungen bei der Berechnung der Weltrangliste
In den Artikeln 15.5.1(b) und 15.5.2 geht es um die Berechnung der Rangliste.
Die Vorschläge streichen überflüssige Bestimmungen zur Rangfolge und verweisen auf die bestehende Rangliste gemäß Artikel 15.5.1.
Ein Grund, der dafür angeführt wird, ist, dass das Punktesystem auch für Plätze jenseits des 90. Platzes Punkte vergibt. Ein weiterer Grund ist, dass in den aktuellen Sprint- und technischen Bestimmungen von einem Finale mit 24 Athleten die Rede ist, was nicht dem Wettkampfformat entspricht.
Es handelt sich dabei in erster Linie um administrative Änderungen, die darauf abzielen, die Ranglistenregeln einheitlicher zu gestalten.
2. Neue Begriffe für den Start von Rennen
Mehrere Änderungen betreffen die Terminologie, die bei SUP-Rennen für den Start verwendet wird.
Die bisherigen Begriffe „Beach Start“ und „Bank Start“ würden durch „Beach in Water Start“ und „Bank Beach Start“ ersetzt.
Die Änderungen finden sich in den Artikeln 10.3.1(a), 10.3.1(b), 10.4.2(a) und 10.4.3, einschließlich der Bestimmungen zum Fehlstart.
Das erklärte Ziel ist es, Unklarheiten zu beseitigen und eine einheitliche Terminologie im gesamten Regelwerk zu gewährleisten.
3. Die Mitgliedschaft im Vorstand ist ausdrücklich untersagt
Artikel 10.1.4 verbietet derzeit das aktive Knien, es sei denn, es ist aufgrund unsicherer Bedingungen erforderlich.
Der Änderungsvorschlag erweitert das Verbot ausdrücklich auf das Sitzen.
Nach dem überarbeiteten Wortlaut wären aktives Knien und Sitzen nicht erlaubt, es sei denn, dies sei aufgrund unsicherer Bedingungen erforderlich.
Der Rennleiter behält sich das Recht vor, nach eigenem Ermessen zu entscheiden, ob ein Verstoß geahndet wird.
4. Die Athleten dürfen ihre Bretter am Start hochheben
Eine weitere praktische Änderung betrifft die Position der Boards vor dem Start.
Nach der aktuellen Regel dürfen Sportler ihre Bretter festhalten, aber die Bretter müssen auf dem Boden bleiben.
Die vorgeschlagene Änderung würde es den Athleten erlauben, ihre Bretter zu halten und anzuheben, vorausgesetzt, sie bleiben neben den Athleten.
In dem Dokument wird erläutert, dass die Änderung darauf abzielt, die schriftlichen Vorschriften an die tatsächliche Praxis bei den Rennen anzupassen.
Wie geht’s weiter?
Aus dem Dokument, das dem „Stand Up Magazin“ vorliegt, geht hervor, dass alle neun Vorschläge das Genehmigungsverfahren durchlaufen haben und für jeden einzelne die Zustimmung des Vorstands vermerkt ist.
In der Spalte „Zustimmung des Kongresses“ ist jedoch kein Beschluss vermerkt.
Das bedeutet, dass die Änderungen so lange als vom Vorstand genehmigte Änderungsvorschläge zu betrachten sind, bis ihr endgültiger regulatorischer Status bestätigt ist.
Trotzdem ist die Richtung klar: Paddle Worldwide bereitet Änderungen am internationalen SUP-Rennreglement vor, und die Einführung einer „60+ Masters“-Kategorie sticht als wichtigste Neuerung für die Renn-Community hervor.
Die Meinung des „Stand Up“-Magazins: Eine längst überfällige Anerkennung?
Wir haben bereits zuvor hinterfragt, ob SUP bei Weltmeisterschaften wirklich immer mehr Altersklassen braucht. Wo soll die Grenze gezogen werden? Wie viele Weltmeistertitel sollte eine relativ kleine Sportart vergeben?
Das sind nach wie vor berechtigte Fragen.
Aber diese Debatte hat noch eine andere Seite.
Die Sportler, die jetzt in die Altersklasse 60+ wechseln, sind oft genau diejenigen, die diesen Sport mit aufgebaut haben. Sie trainieren weiterhin, reisen, nehmen an Wettkämpfen teil und unterstützen internationale Veranstaltungen.
Wenn es darum geht, die Beteiligung zu steigern und diese Sportler weiterhin zu motivieren, ist eine eigene Kategorie sinnvoll.
Der deutsche Bezug verleiht dieser Entwicklung eine weitere interessante Dimension. Wer auch immer den Vorschlag initiiert hat, scheint auf den höchsten Ebenen des Regelungsprozesses Unterstützung gefunden zu haben.
Im Moment warten wir noch auf die Bestätigung der endgültigen Spielregeln.
Eines ist sicher: Die Generation 60+ hat sich Gehör verschafft, und Paddle Worldwide scheint zuzuhören.
Das „Stand Up Magazin“ hat das Dokument mit den Vorschlägen zur Änderung der SUP-Regeln für 2027 bereits vor Veröffentlichung dieses Berichts erhalten und geprüft. Das Dokument dokumentiert die Zustimmung des Vorstands zu allen neun Änderungsanträgen, enthält jedoch keine Angaben zur endgültigen Zustimmung durch den Kongress.
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