
Welches Foil für Paddle Ups?
Elias sieht Paddle Ups nicht nur als Vorbereitung aufs Downwind Foilen, sondern auch als intensives Ganzkörpertraining. Während das Paddeln den Oberkörper fordert, kommt durch das Pumpen die Beinarbeit dazu – entscheidend ist aber das Zusammenspiel aus Kraft, Ausdauer und Technik.
Im Flachwasser empfiehlt er eher größere High-Aspect-Foils mit viel Glide. Mit einem 2050er fällt ihm der Paddle Up am leichtesten, auch ein 1600er funktioniert gut. Je kleiner der Frontwing wird, desto höher muss die Geschwindigkeit vor dem Take-off sein und desto sauberer muss die Paddeltechnik funktionieren. Fürs Open-Ocean-Downwinden kommen dagegen kleinere Foils wie 1350, 1100 oder sogar 880 zum Einsatz, da diese besser zur höheren Geschwindigkeit des Swells passen. Seine einfache Empfehlung für Einsteiger: Im Flachwasser lieber größer als kleiner.
Das richtige Foilboard
Beim Board geht es um den Kompromiss zwischen möglichst wenig Wasserwiderstand und ausreichender Stabilität. Schmale, längere Boards beschleunigen besser und laufen effizienter durchs Wasser, werden aber gleichzeitig kippeliger. Elias fährt im Video das schmale Starboard Ace Foil Lightning und hebt hervor, dass die Länge beim Beschleunigen hilft.
Interessant ist auch seine Volumenwahl: Ein 101-Liter-Board entspricht ungefähr seinem Körpergewicht und liegt bereits leicht unter Wasser. Im Swell bevorzugt er deshalb 122 Liter, um mehr Stabilität zu haben. Auf spiegelglattem Wasser kann man kleiner gehen, im offenen Meer sollte ein sicherer Stand jedoch wichtiger sein als möglichst wenig Volumen. Auch die Foilgröße beeinflusst die Stabilität: Ein größerer Frontwing stabilisiert das gesamte Setup zusätzlich.
Mast & Stabilisator
Ein längerer Mast bringt einen größeren Hebel mit sich und macht das Foil schwieriger zu kontrollieren, sobald das Board aus der Balance gerät. Für Flatwater Paddle Ups bevorzugt Elias deshalb 70 bis 80 cm, im Open Ocean geht er auf 85 bis maximal 90 cm.
Beim Stabilizer steht Effizienz im Vordergrund: möglichst viel Glide, aber trotzdem genügend Reaktionsfreudigkeit. Elias nennt einen 160er Rhythm als bevorzugte Variante, während er beim Wingfoilen einen kleineren 140er fährt und fürs reine Pumpfoilen teilweise auf einen größeren 180er zurückgreift.
Das Paddle macht einen Unterschied
Anfangs dachte Elias, Paddle sei mehr oder weniger gleich Paddle – beim Paddle Up stellte er jedoch deutliche Unterschiede fest. Race-Paddles ermöglichen einen sauberen Catch und effizienten Zug. Spezielle Foil-Blades sind zudem etwas kürzer ausgelegt, damit das Blatt beim Hochkommen nicht unnötig nahe ans Foil gerät.
Seine Prioritäten beim Material sind dennoch klar: Foil zuerst, Board an zweiter Stelle und dann das Paddle. Gerade das Boarddesign hat großen Einfluss darauf, wie schnell sich das Setup auf Take-off-Geschwindigkeit bringen lässt. Das richtige Paddle ist nicht die wichtigste Komponente, macht laut Elias aber einen deutlich spürbaren Unterschied.
Pump- und Paddeltechnik
Beim Start sollte das Board möglichst flach auf dem Wasser liegen, die Nose nur leicht herausragen. Elias verlagert den Oberkörper etwas nach vorne, um Vorwärtsgeschwindigkeit aufzubauen und das Heck zu entlasten.
Beim Paddelschlag setzt er das Blatt weit vorne ein. Die Hände bleiben möglichst übereinander, um einen guten Hebel zu erzeugen. Wichtig: Nicht einfach mit den Armen am Paddle ziehen, sondern den Körper über das Paddle bringen. Gleichzeitig wird die Hüfte beim Catch leicht nach vorne geschoben. Dadurch arbeiten Paddelschlag, Gewichtsverlagerung und Pumpbewegung gemeinsam, um das Board zu beschleunigen. Der Zug endet ungefähr auf Höhe des vorderen Fußes.
Erfahrung & die wichtigsten Tipps
Für Paddle Ups bevorzugt Elias ein eher kurzes Paddle – ungefähr auf Augenhöhe. Dadurch lässt sich eine höhere Schlagfrequenz erreichen. Zu kurz darf es allerdings ebenfalls nicht werden, denn der Catch muss weiterhin weit vorne möglich sein. Ein Hinweis auf ein zu langes Paddle ist, wenn das Blatt beim Vorschwingen immer wieder im Wasser hängen bleibt.
Ebenso wichtig ist ein kurzer, schneller Schlag: weit vorne einsetzen, nur bis ungefähr zum vorderen Fuß ziehen und sofort wieder neu einsetzen. Wird der Schlag zu weit nach hinten gezogen, arbeitet man zunehmend nach unten und zieht den Körper wieder Richtung Wasser – genau das Gegenteil dessen, was beim Take-off passieren soll. Eine hohe Frequenz hilft dagegen, die Geschwindigkeit zu halten und weiter zu beschleunigen.
Und schließlich kommt der vielleicht wichtigste Tipp aus Elias‘ eigener Lernphase: dranbleiben. Wenn er glaubte, keine Kraft mehr zu haben, machte er sich zur Gewohnheit, noch drei weitere Schläge zu setzen. Genau diese letzten Schläge waren häufig diejenigen, mit denen das Foil schließlich abhob. Paddle Ups sind technisch und körperlich anspruchsvoll – gerade deshalb empfiehlt sich das Training zunächst im Flachwasser.
Artikel wie diese sind möglich dank der Zusammenarbeit mit APM – Starboard Germany. SUP Foil Paddle Ups sind stark im Trend und wir sind mit unseren Partnern aus der Branche nahe am Trend. Fall Du diesen Content gut findest, werde ein Supporting Member unserer Stand Up Magazin Community.
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