Anna Tschirky Ein Comeback mit neuen Perspektiven

Nach lĂ€ngerer Pause wieder ins Renngeschehen einzutauchen, ist im SUP-Sport mehr als nur ein sportlicher Schritt — es ist auch eine emotionale Reise zurĂŒck in eine Community, die sich stĂ€ndig weiterentwickelt.

Mit Anna Tschirky kehrte eine Athletin zurĂŒck an die Startlinie, die wir beim Stand Up Magazin seit vielen Jahren begleiten. Ob bei internationalen EinsĂ€tzen, starken Resultaten auf der EuroTour oder ihren konstanten Leistungen — Anna gehörte ĂŒber Jahre hinweg zu den prĂ€genden Gesichtern des Sports und war immer wieder Teil unserer Berichterstattung.

Anna hatte sich entschieden am World SUP Festival in Spanien dabei zu sein und fĂŒhr im Longdistance Race auf den 8. PLatz. Das war eine tolle Leistung und wir waren sehr neugierig was Anna zu ihrem Schritt bewegte.

Aloha Anna, es ist toll dein Name wieder in einer internationanlen Rangliste zu sehen. Wie war es, seit langem wieder an einem SUP-Rennen zu sein?

Speziell! Das letzte SUP-Rennen fĂŒr mich war an der ICF WM in Pattaya 2023, also schon sehr lange her, und es ist verrĂŒckt, was in der Zwischenzeit alles passiert ist. Ich habe mich sehr gefreut, die Leute wiederzusehen, habe aber auch schnell feststellen mĂŒssen, dass ich viele gar nicht mehr kenne und sich der Vibe etwas verĂ€ndert hat (ich spreche nur, was ich aus meiner Perspektive wahrgenommen habe!). Es hatte recht viele Clubs und EinzelgĂ€nger waren eher die Seltenheit. Dies hatte etwas weniger Interaktion untereinander zur Folge, was ich frĂŒher immer sehr an unserem Sport geschĂ€tzt habe. Ausserdem habe ich mich in den Jahren als Person verĂ€ndert, und doch war in meinem Kopf oft der Vergleich zu frĂŒher, was das Ganze nicht immer so einfach macht. Es war aber sehr toll zu sehen, wie viele junge Sportler*innen Freude an unserem Sport haben und ganz vorne mit dabei sind!


Wie hast du dich darauf vorbereitet?

So richtig angefangen, Sport lĂ€nger als eine Stunde zu machen und ab und zu ein Intervall oder strukturiertes Krafttraining einzubauen, habe ich erst diesen Winter. Die letzten zwei Jahre habe ich keine richtigen Trainingseinheiten bestritten, um meinem Körper genĂŒgend Raum fĂŒr die Erholung von meinem RED‘s (Relative Energy Deficiency Syndrome) zu geben. Auf dem Wasser war ich auch erst seit 3,5 Wochen vor dem Rennen, da im Winter im Engadin alle Seen gefroren sind. Dort konnte ich aber viel Langlauf machen, was ich auch liebe! Und obwohl ich wieder etwas trainiert habe, hatte ich ehrlich gesagt nicht dieselbe Motivation und Disziplin fĂŒr einen strukturierten Saisonaufbau, wie ich es frĂŒher von mir gewohnt war. Oft diente der Sport einfach als Ausgleich draussen in der Natur nach einem vollen Arbeitstag drinnen in der KĂ€serei.


Warum hast du dich entschieden, nach Spanien zu gehen?

Ich habe das Reisen sehr vermisst, sowohl das Paddeln auf dem Meer als auch die SUP-Community. So war es fĂŒr mich absolut naheliegend, am World SUP Festival mitzumachen, zumal dieser Event 2018 mein erster internationaler Wettkampf war. Dani Parres und das ganze Orga-Team haben ĂŒber die Jahre hinweg wirklich ein Highlight-Rennen im SUP-Sport aufgebaut, mit allem, was dazugehört. Es hat mich wirklich gefreut, dort wieder an der Startlinie zu stehen, wo vor ein paar Jahren so vieles seinen Lauf genommen hat



Warst du nervös am Start?

Ja und nein. Es war erstaunlich, wie schnell alles wieder seine Routine und seinen Platz hatte vor dem Rennen. Das Packen, Vorbereiten, Strategie ausdenken, AufwĂ€rmen sowie auch teils im Rennen selbst hat sich angefĂŒhlt, als ob ich nie weg gewesen wĂ€re. Und doch war ich nervös, weil ich nicht wusste, wie das Ganze auf mich wirken wĂŒrde und auch, weil ich mich am Tag zuvor auf dem fĂŒr das Rennen gemieteten, mir unbekannten Brett nicht allzu wohl gefĂŒhlt habe.


Denkst du, du wirst weitere Rennen machen?

Ja, ich habe vor, noch einige Rennen in der ersten HĂ€lfte der Saison zu bestreiten! Danach werde ich auf meine zweite Heimat, die Alp, zĂŒgeln. Es ist immer eine schwierige Entscheidung: Entweder man ist den Sommer durch am Paddeln und an den WettkĂ€mpfen oder aber auf der Alp hoch oben. Beides geht schlicht und einfach nicht. Man kann nicht mal schnell von 2’000 m ĂŒber Meer runter zum Trainieren auf den See, denn die Tiere und Arbeiten mĂŒssen 7 Tage die Woche erledigt werden und sind ausserdem körperlich auch fordernd. Da die Landwirtschaft zu einer grossen Leidenschaft von mir geworden ist und ich mir einen Sommer ohne Alp nicht mehr vorstellen kann, habe ich entschlossen, diesen Sommer so einzuteilen, um von beidem etwas zu haben.

Vielen Dank Anna fĂŒr Deine Zeit, hoffentlich sehen wir uns in ZĂŒrich im Juni.


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