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Sommer Sonne River SUP – AM MORGEN IM ISARWINKEL

Fußballschuhe, ein Bulli und der Blick aufs Meer

sylvenstein-mit-martin-heldSeit vielen Jahren richtet sich mein Leben nur danach, wann ich das nächste Mal wieder aufs Wasser komme, ob mit dem Windsurfbrett oder einem Wellenreiter. Selbst im Winter sieht man hier mein buntes Segel übers Wasser gleiten. Für dieses Gefühl der Freiheit nehme ich mit einem Lächeln das schmerzende Gefühl von eingefrorenen Fingerspitzen auf mich.

Schaue ich jedoch auf meine Kindheit, gab es in Bayern weder Meeresküste noch Wellen und somit spielte ich, wie fast jedes Kind in Bayern im heimatlichen Dorfverein Fußball, kletterte durch die Wälder und baute Baumhäuser mit Freunden.

„Bua, du wirst a moi a Fußballprofi!“, so lauteten stets die Worte meines Vaters.

Vielleicht brachte mich der jährliche Sommerurlaub mit meiner Familie, gemeinsam mit Freunden am Lago de Idro, zum Wassersport. Schließlich durfte ich dort immer auf dem Windsurfbrett vom „Michi“ stehen, ein begeisterter Windsurfer und Freund meiner Eltern. Wer weiß, vielleicht wollte ich einfach auch nur so cool sein wie Kelly Slater in seiner Zeit bei Baywatch!

Volljährig und den Führerschein in der Tasche, kaufte ich mir vom Ersparten einen wunderschönen, rostigen VWBus. Die Batterie verlor ihren Saft von allein, aber ich war der glücklichste Mensch der Welt!
Die restlichen Penunsen investierte ich in meine erste Windsurfausrüstung aus den 80iger Jahren und schlagartig änderte sich mein Leben.
Eine Sucht war geboren. Jede freie Minute verbrachte ich nun am Walchensee und an unseren örtlichen Baggerseen. Mit meinem Bus unternahm ich wunderbare Reisen ans Meer und die Leidenschaft zum Wassersport bestimmte mehr und mehr meinen Weg.

Ein Bayer im Fischland

Um noch mehr Zeit auf dem Wasser verbringen zu können, hängte ich meine damaligen Arbeit als Heilerziehungspfleger an den Nagel, packte mein Leben in meinen geliebten Bus und tuckerte an die windige Ostsee.

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Mein neuer Job hieß nun „Windsurflehrer an der Ostsee“ und meine Berufskleidung war ein Neoprenanzug. Täglich unterrichtete ich absolute Landratten im Windsurfen und im perfekten Hochdeutsch ertönten nun meine Anweisungen über die gesamte See: „Zefix, mach a moi deine Arme lang, belast a moi dein Mastfuaß und dann gehd des a dahi!!!“

In meiner Zeit an der Ostsee kam gerade der neue Trendsport „Stand-Up-Paddling“ oder kurz SUP auf. Hierbei handelt es sich ganz banal um ein übergroßes Surfbrett, auf dem man aufrecht stehen kann und man durch den Vortrieb eines Stechpaddels übers Wasser gleitet.

Ich fand sehr schnell gefallen am SUP, denn es brachte eine tolle Vielfalt mit sich und war völlig Wetter unabhängig. Bei Flaute bot das SUP die Möglichkeit, einfach entspannt über die See zu paddeln. Abends suppten wir regelmäßig zur Seebrücke, gönnten uns einen Cocktail und sahen der Sonne zu, wie sie langsam ins Wasser eintauchte. Ein ganz anderes Gesicht zeigte das SUP-Board vor allem in kleinen Windwellen, die wir weder mit einem Wellenreiter noch mit dem Windsurfequipment nutzen konnten. Doch durch den Zug des Paddels und das Volumen des SUP-Boards konnten wir uns leicht in die kleinen Wellen befördern um diese dann schräg abzureiten. Selbst ein Windsurfsegel konnte darauf befestigt werden und schon ritt man davon.

Ich war begeistert, wie schnell das Brett in die Welle glitt und für die Zukunft war klar, irgendwie muss so ein Ding noch in meinen Bus reinpassen!

Dahoam is wo’s Herz schlägt

Nach zwei schönen Sommern an der Ostsee und diversen Winterfluchtrips nach Portugal und Marokko fehlten mir die Berge, die grünen Wiesen und „a gscheide Leberkassemmel“. Also kam ich zurück nach Bayern.

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Der Frühling stand kurz bevor und somit auch die kommende Windsurfsaison in Bayern. Doch wie so oft – war der Wind irgendwo anders und die Frühlingsonne spiegelte sich im glatten Wasser.

Mittlerweile gab es auch Stand-Up-Paddleboards zum Aufpumpen und ich war stolzer Besitzer eines solchen „Inflatable-SUPs“. Die windstille Zeit vertrieb ich mir also auf meinem Stand-Up-Paddleboard und genoss dabei die wunderschöne Berglandschaft am Walchensee.

Stand Up River Surfing

Auch beruflich blieb ich dem Wassersport treu. Mein bayerisches Plattdeutsch erklingt nun in einem großen Gummiboot als Raftingguide auf der Isar.

river-sup-touring-isarEines Tages kam mir die Idee, anstatt mit einem Schlauchboot oder einem Kanu mit einem SUP auf der Isar zu paddeln.
Gedacht, getan! Im morgendlichen Frühnebel, frostigen Frühjahrstemperaturen und Nieselregen begab ich mich mit einem Freund auf unsere SUP-Boards, um die Isar zu erkunden. Wir waren beeindruckt, wie wir im Stehen einen völlig neuen Blickwinkel auf das Panorama unsere Heimat im Isarwinkel bekamen.

„Hey Heiko, des schaud ja hier aus wia in Kanada!“, wiederholte ich wie eine Art Mantra. Wir paddelten auf dem kristallklaren Wasser, vorbei an Felswänden, Baumwurzeln, uralten Treibholz und kleinen Wasserfällen.

Auch die ein oder andere Forelle sprang neben uns aus dem Wasser.

Es schien uns, als wären wir mitten in Kanada.

Von Frieren keine Spur, denn immer wieder forderten kleine Wildwasserstellen und spannende Flussbiegungen unsere Balance und Konzentration.
Ich fühlte mich wie ein surfender Abenteurer.

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SUP-Tour durchs bayrische Kleinkanada

Während ich in dieser besonderen Morgenstimmung durch „Kleinkanada“ paddelte, dachte ich mir: „Wow, das will ich auch anderen zeigen!“
Die Idee war klar. Der Entschluss groß und Alride *Stand Up River Surfing* war geboren.

Mittlerweile biete ich regelmäßig geführte SUP-Touren auf der Isar an und es erfüllt mich mit großer Freude zu sehen, wie begeistert die Leute die Tour annehmen. Viele Teilnehmer sagen mir, dass sie beim Suppen völlig von ihrem Alltagsleben abschalten konnten und sie tief in die faszinierende Gebirgslandschaft eingetaucht sind.

kanada-oder-bayern

Es freut mich, den Teilnehmern nicht nur einen neuen Sport zu vermitteln, sondern Ihnen eine Mischung aus Paddelaktion und absolutem Naturerlebnis bieten zu können. Es ist toll zu beobachten, wie stolz die Teilnehmer über ihren raschen Erfolg auf dem SUP-Board sind.
Vor kurzem wurde Robby Naish im bayerischen Fernsehen gefragt, was seiner Meinung nach das Besondere am Stand Up Paddeln ist und ich möchte mich ihm nur anschließen: „Ich kann es jeden Tag machen, mit Wind oder ohne Wind, mit Welle oder ohne Welle. Stand Up Paddeln ist eine Sportart für alle, jung, alt, dick, dünn, Frauen oder Männer. Es ist leicht zu machen, du kannst es überall machen und es ist gesund für den Körper und den Geist. Für alles!“

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Martin Held
Alride *Stand Up River Surfing*

www.alride.de

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