
Tim Michaelis ist 34 Jahre alt, verheiratet und lebt in Zug in der Schweiz. UrsprĂĽnglich stammt er aus Nordhessen (Deutschland), wo er Maschinenbau studierte. Vor rund acht Jahren zog es ihn in die Schweiz.
Seinen ersten Kontakt mit dem Pumpfoilen hatte Tim eher zufällig: Ein Arbeitskollege nahm ihn mit auf eine Session in Zürich – und schon bei diesem ersten Versuch gelang es ihm, die Limmat auf die andere Seite zu pumpen. Die Begeisterung war sofort da. Im August 2023 vertiefte sich diese Faszination am Bodensee, wo er sich ein Pumpfoil-Setup mietete und einen ganzen Tag auf dem Wasser verbrachte.
Mit dem Umzug nach Zug ein Jahr später änderte sich das. Ursprünglich wollte Tim mit dem Wingfoilen beginnen und kaufte gebrauchtes Equipment – ein Flügel eignete sich jedoch auch zum Pumpfoilen. Ergänzt durch ein Pumpboard entdeckte er den Sport neu. Schnell wurde klar, dass der Zugersee nur an wenigen Tagen im Jahr ideale Wing-Bedingungen bietet. Stattdessen blieb Tim vollständig beim Pumpfoilen hängen.

Heute ist Pumpfoilen für ihn der perfekte Sport: Die starke Community in Zug, die kurzen Wege zum See, die Möglichkeit, nach der Arbeit aufs Wasser zu gehen, und der sportliche Mix aus Balance, Präzision, Körperbeherrschung, Ausdauer und Schnellkraft machen jede Session besonders. Nach stressigen Tagen dient Pumpfoilen für Tim auch als idealer mentaler Ausgleich. Zudem schätzt er die vergleichsweise hohe Sicherheit des Sports – gerade nach früheren Verletzungen beim Mountainbiken und Paragliden.
Seine Reise mit Code Foils begann Ende 2024, als ihm Community-Mitglied und Code-Foils-Händler Andy Meienberg den 1540S zeigte. Tim war sofort überzeugt und kaufte den Foil direkt. Als das Code-Foils-Team 2025 in Zug zu Besuch war und ihn fahren sah, folgte die Einladung, Teil des Teams zu werden – ein Angebot, das Tim ohne Zögern annahm. Seine Hauptdisziplin ist Pumpfoilen, am liebsten im Freestyle-Bereich.
Aktuell fährt er besonders gerne den 1725S, den er vor allem für Sprünge schätzt. Für Wake- und Tiefwasser-Sessions greift er bevorzugt zur R-Serie, meist zum 960R, den er wegen seiner Effizienz beim langen Pumpen liebt.
Wir waren interessiert und haben ihn spontan um ein Interview gebeten:
Aloha Tim vielen Dank für Deine Zeit. Wir haben im Intro gelesen, dass Du schon auf verschiedenen Seen in der Schweiz am Pumpfoilen warst. Erzähl doch mal wie das so war in den ersten Tagen des Foilens.

Die erste Session hatte ich mit einem Kollegen. Er hat mir grob gezeigt, wie das alles funktioniert und mich einfach mal draufspringen lassen. Die Sessions danach habe ich alleine verbracht – nicht weil ich alleine sein wollte, sondern weil ich noch keine Foiler in Zug kannte. In der Zeit habe ich Fortschritte gemacht, bin sehr viel ins Wasser gefallen und hatte jede Menge Spass.
Richtig vorwärts ging es, als ich die ersten Leute der Zuger Community kennenlernen durfte und wir uns zum Foilen verabredeten. Es sind ganz oft kleine Tipps, die einen riesigen Unterschied machen. Ich wurde direkt sehr herzlich in der Community aufgenommen.
Du lebst also in Zug am See, das ist ein Traum wenn man so nahe am Wasser leben kann. Du sprichst von einer einzigartigen Community dort. Erzähl uns doch etwas von der Zuger Pump Community?
Ja, unsere Community ist meiner Meinung nach einzigartig. Es macht mit allen immer so viel Spass, wir pushen uns gegenseitig, geben Tipps und lachen viel zusammen. Ich finde, dass eine solche Community wichtig ist, dass man motiviert ist viel zu gehen. Mir geht es beim Foilen nicht nur um den Sport, sondern auch darum meine Kollegen zu treffen. Wenn ich keine Zeit zum Pumpen habe, gehe ich oft an See, nur um mit den anderen kurz zu reden.
Es ist schwer zu sagen, wie viele wir sind, da es einige gibt, die man 3x im Jahr sieht und einige, die sehr häufig da sind. Von den regelmässigen sind wir in etwa 20 Leute würde ich sagen. Wie bei den meisten Communities sind auch wir männerlastig, aber ca 1/5 sind Frauen.
Das schöne ist, dass man richtig sieht, wie das Niveau immer mehr steigt. Man sieht bei allen, dass sie grosse Fortschritte machen.
Interessanterweise bin ich einer der jĂĽngsten bei uns, vom Kopf her sind aber alle jung geblieben.
Ein anderes Thema: Wir sehen auf deinen Bildern wie talentiert du bist und alle pushen die Limits grad enorm. Wie siehst du die Evolution von Pumpfoiling?
Pumpfoilen ist in der Schweiz noch sehr jung. Die ersten Pumpfoiler – vor vielleicht 6 Jahren – haben einfach nur versucht, dass es irgendwie funktioniert (so die Erzählungen der Pioniere). Inzwischen ist das Material deutlich effizienter geworden und es gibt deutlich mehr Informationen, wie es funktioniert – seien es unzählige Videos, oder Leute aus der Community, die einem Tipps geben.
Wohin die Reise geht muss man glaube ich zweigeteilt beantworten.
Zum einen entwickelt sich das Material im Moment in enormer Geschwindigkeit. Die Königsdisziplin sind meiner Meinung nach Foils, welche einen hervorragenden Low- und High-End haben, wendig sind und man sie gleichzeitig noch über sehr lange Distanzen pumpen kann. Die Eierlegende Wollmilchsau also. Ich denke, dass wir in den nächsten Jahren immer bessere Foils auf dem Markt sehen werden, die dem Ideal immer dichter kommen.
Zum anderen werden immer mehr talentierte Fahrer kommen, die die Grenzen des möglichen weiter und weiter verschieben. Aktuell sehe ich vier Haupt-Arten von Pumpfoilern: Langstrecke, Sprint, Freestyle, Wakethieves. Ob es in Zukunft mehr geben wird, wird sich zeigen.
Was sind grad so die Tricks diese letzten Sommer angesagt waren und alle lernen mussten?

Sehr viele haben Interesse am Springen. Bei uns haben ausserdem viele angefangen Switch zu fahren und dabei beachtliche Fortschritte gemacht. Und natĂĽrlich sind fette Turns mit dem FlĂĽgel so weit wie möglich aus dem Wasser angesagt – das wird wahrscheinlich auch immer bleiben.
Bei Highperformance Manövern ist das Equipment natürlich auch sehr wichtig. Dem Intro haben wir entnommen, dass Du sehr zufrieden bist mit den Foils von Code. Kannst Du uns und den Lesern dein Set Up etwas näher bringen?
Ich fahre verschiedene Setups, je nachdem was ich an dem Tag vor habe. Da ich am liebsten Freestyle, fahre ich aktuell den 1725S, die XS Fuse, den 110R Tail und den 75+ Mast am liebsten.
Der Foil ist meiner Meinung nach aktuell der beste zum Springen – sogar SprĂĽnge ohne Fuselage und Tail sind damit möglich.
Er ist natĂĽrlich nicht der schnellste oder wendigste Foil, aber bei Turns kann man den FlĂĽgel super aus dem Wasser heben.
Durch den enormen Glide werden einige Tricks einfacher, da man mehr Zeit hat diese auszuführen, oder sie einfach länger halten kann.
Zum Wakethieven nutze ich meistens den 960R mit S Fuse und 120R Tail – das ist ein schnelles Setup, mit dem man auch noch längere Distanzen bewältigen kann. Aktuell ist bei uns Winter, da sind wenig Boote unterwegs, aber im Sommer wird er wieder ausgepackt.
Wenn man wirklich lange Distanzen fahren will ist der 1250R natĂĽrlich besser geeignet.
Gerade für Newcomer ist es wichtig, dass man ein anfängerfreundliches Set Up hat. Was empfiehlst Du Leuten die Pumpfoiling grad entdecken und davon fasziniert sind?
Bevor man sich Material kauft, sollte man sich einen Lehrer oder Kollegen nehmen und sich das ganze zeigen lassen.
Es kann sein, dass man relativ schnell merkt, dass das Hobby einem nicht liegt. Wäre schade, wenn man dann bereits viel Material gekauft hätte.
Ausserdem ist der Fortschritt mit einem „Coach“ ĂĽblicherweise deutlich schneller.
Wenn man sich für den Kauf entscheidet, finde ich es wichtig auf Material zu setzen, an dem man lange Spass hat. Am Anfang braucht man viel Stabilität, um so einen schnellen Fortschritt zu ermöglicht. Man möchte aber auch nicht alle fünf Sessions ein neues Setup kaufen müssen, weil man aus dem alten herausgewachsen ist.

Die R-Serie umfasst auch größere Größen, 960R und 1075R, die benutzerfreundlich für Anfänger sind und erfahrenen Fahrern das Foilen bei fast windstillen Bedingungen ermöglichen. Diese Flügel sind leicht und haben eine phänomenale Steifigkeit, ideal für schnelle und weite Rides in Downwind- oder Pumpbedingungen.
Das interessante am 1725S ist, dass ich ihn eigentlich nicht fĂĽr mich, sondern als „AnfängerflĂĽgel“ fĂĽr Kollegen, welche neu anfangen, gekauft hatte. Er ist in Verbindung mit einer langen Fuselage und einem grossen Tail ein phänomenaler Beginner FlĂĽgel.
Wenn man besser wird, kauft man sich kleinere Fuselages und Tails. So kann der FlĂĽgel fĂĽr wenig Geld mit einem mitwachsen. Ich fahre ihn jetzt noch mit viel Freude.
Die S-Serie ist in acht Größen erhältlich, von denen jede einzigartige Eigenschaften bietet, um das Sortiment des Fahrers zu erweitern. Es ist der ultimative Allround-Flügel, der für Anfänger und Fortgeschrittene geeignet ist. Es zeichnet sich durch seine Vielseitigkeit in allen Disziplinen aus: Prone, Wing, SUP, Pump und Downwind Foiling.

Wir hatten gerade die Surf Foil Tour auf der boot in DĂĽsseldorf und haben dort einmal mehr gesehen, wie einfach es ist Pumpfoiling nahe an ein Publikum zu bringen. Wie siehst du die ganzen Contenst: Machst Du mit wenn es einen gibt? Hat der Sport als Wettkampfsport Zukunft?
Ich denke, dass der Sport definitiv Zukunft als Wettkampfsport hat und das auch bereits zeigt.
Ich habe bis jetzt erst an zwei Wettkämpfen teilgenommen. Beide Wettkämpfe habe ich sehr gut in Erinnerung, andere Foiler und andere Spots kennenzulernen ist immer toll.
Der Grund warum ich auf eher wenig Wettkämpfen war, ist dass sie mir meist zu weit entfernt sind. In Zug bin ich in 10min mit dem Velo an unserem Spot und kann foilen gehen. Bei Wettkämpfen fährt man oft 2h, das heisst, dass das Verhältnis Anfahrt zu Zeit auf dem Wasser für mich nicht immer stimmt. Ich versuche meine Zeit auf dem Wasser zu maximieren und da ist Zug einfach ungeschlagen.

Im grossen und ganzen was sind so deine Foilträume?
Ich träume von dem EierlegendenwollmilchsauflĂĽgel, mit dem man Strecke machen kann, er trotzdem wendig und schnell ist und man ausserdem mit ihm springen kann. Aber da dort einige Gegensätze zusammenkommen, glaube ich fast nicht, dass der perfekte FlĂĽgel kommen wird… Aber man darf ja träumen.
– Ein System, welches Algen entfernt, ohne zusätzlichen Drag zu verursachen ist wahrscheinlich fĂĽr die meisten ein Traum.
– Es gibt inzwischen einige Hersteller, die auf schraubenlose Foils setzen – da sehe ich bei vielen Herstellern noch Potenzial. Ich finde es etwas mĂĽhsam, dass man eine Feinmechaniker Ausbildung gemacht haben muss, um sein Foil zusammenzubauen.
Zum Schluss vielleicht noch: Der Parawing ist grad in aller Munde und ist so etwas wie ein Zwischending, zwischen Pumpfoil und Wingfoil. Hast du da auch schon mal probiert oder bist du ganz weg vom Foilen mit Wind?
Parawingen finde ich absolut super und sehe dort grosses Potenzial drin. Ich habe mal einen Kurs gemacht, dort war aber fast kein Wind…
Das ist auch der Grund, warum ich beim Pumpfoilen gelandet bin. Wir haben in Zug nicht viel Wind und ich weiss die Unabhängigkeit beim Pumpfoilen sehr zu schätzen. Ausser Gewitter gibt es praktisch kein Wetter, bei dem man nicht gehen kann. Würde ich an einem See mit mehr Wind wohnen, wäre ich begeisterter Parawinger!
Super vielen Dank Tim das war sehr interessant.
War mir eine Freude.
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