Das SUP-Jahr 2025 ist zu Ende und es ist an der Zeit, einen Blick auf die Highlights zu werfen. Die SUP World Rankings haben soeben ihre finale Top 20-Liste veröffentlicht. Die Rangliste deckt sich im GroĂen und Ganzen damit, wie wir die Saison 2025 erlebt haben.
Bevor wir uns mit den einzelnen Ergebnissen befassen, werfen wir zunĂ€chst einen Blick auf das groĂe Ganze.
Teilnahme nach Disziplinen
Bei den Langstrecken schafften es insgesamt 1.317 MĂ€nner in die Rangliste. Bei den Frauen wurden 592 Athletinnen gewertet – fast die HĂ€lfte des MĂ€nnerfeldes.
Im Technischen Rennsport ist das VerhĂ€ltnis Ă€hnlich: 534 MĂ€nner stehen 273 Frauen gegenĂŒber.
Die Sprintdisziplin folgt dem gleichen Muster, mit 211 platzierten MĂ€nnern und 111 Frauen.
Was uns die Zahlen sagen

Wenn wir die Beteiligung in den verschiedenen Disziplinen vergleichen, zeigt sich ein klarer Trend:
Longdistance ist König. Es ist das mit Abstand beliebteste Rennformat.
Weniger als die HĂ€lfte der Athletinnen und Athleten, die auf der Langstrecke antreten, nehmen auch an technischen WettkĂ€mpfen teil, und die Zahlen fĂŒr den Sprint sinken sogar noch weiter. Das allein wirft schon einige interessante Fragen auf.
Aus der Sicht eines Zuschauers ist die Langstrecke wohl die am wenigsten spannende Disziplin. 45 Minuten lang oder lĂ€nger Drafttrains zu verfolgen, hat noch nie ein groĂes Publikum in seinen Bann gezogen. Und doch wird sie von Athleten und Organisatoren eindeutig bevorzugt. Und warum?
Eine mögliche ErklĂ€rung liegt in der demografischen Entwicklung: SUP-Rennen sind bei Ă€lteren Sportlern einfach beliebter? Kurze, explosive Rennen mit hektischen Bojenturns sind vielleicht nicht das ideale Format fĂŒr die ĂŒber 40- und 50-JĂ€hrigen. Technical Racing verlangt mehr als nur Ausdauer – es erfordert Beweglichkeit, schnelle Reaktionen und ein scharfes Renngeschick.
Wir beobachten diesen Trend schon seit Jahren: JĂŒngere Athleten neigen dazu, in kĂŒrzeren, explosiveren Rennformaten bessere Leistungen zu erbringen, wĂ€hrend ausdauerlastige Disziplinen ein breiteres – und oft Ă€lteres – Feld anziehen.
Die globale demographische Landschaft
Eine weitere beeindruckende Zahl ist die Gesamtzahl der SUP-Rennen, die in das SWR-Ranking einflieĂen. Im Jahr 2025 wurden weltweit 152 Rennen gewertet. Das sind im Durchschnitt fast drei SUP-Events pro Woche.
Die SWR hat auch seine Top 25 Rennen des Jahres veröffentlicht:

5 Veranstaltungen erhielten eine 5-Sterne-Bewertung
4 Veranstaltungen wurden mit 4 Sternen bewertet
4 Veranstaltungen erhielten den 3-Sterne-Status
Die ĂŒbrigen Rennen in den Top 25 waren 2-Sterne-Events
Aus der Perspektive der internationalen Relevanz kann man sagen, dass sich dies auf etwa 10 Ereignisse beschrĂ€nkt, die fĂŒr Athleten auf Elite-Ebene wirklich wichtig sind.
Die ĂŒbrigen Rennen sind zwar wichtig, haben aber vor allem eine regionale Bedeutung. Das zeigt, wie zersplittert der Sport noch immer ist, oder vielleicht besser gesagt, wie regional strukturiert SUP-Rennen noch immer sind.
Es gibt sogar FÀlle, in denen Athletinnen und Athleten Seite an Seite in den Top-Ranglisten stehen, aber wÀhrend der gesamten Saison nie gegeneinander angetreten sind. Wir werden uns dieses PhÀnomen weiter unten genauer ansehen.
Eine Sache, die uns hier im Stand Up Magazin aufgefallen ist, ist die hohe Konzentration von hochkarĂ€tigen SUP-Events in der ersten JahreshĂ€lfte. Mit Ausnahme von ISA und ICF fanden alle Top-Rennen vor Beginn des Sommers statt. Diese Rennen fanden nicht nur konzentriert in einem bestimmten Zeitraum statt, sondern auch alle in SĂŒdeuropa. Spanien ist vor allem bei SUP-Rennen und dem Engagement der Athleten ganz vorne mit dabei.
Auch bei der Betrachtung der einzelnen Athleten sieht es interessant aus. Wir wollen uns hier auf die Gesamtwertung beschrĂ€nken, bei der alle drei Disziplinen zu einer groĂen Rangliste zusammengefasst werden.
Frauen Spitzensportlerinnen

Marie Carmen Rivera ist die klare Siegerin von 2025. Sie hat an 17 SUP-Rennen teilgenommen und war immer entweder Erste oder Zweite, was eine unglaubliche Erfolgsbilanz ist. Der Höhepunkt ihrer Saison 2025 war, dass sie alle drei Goldmedaillen bei den ICF-Weltmeisterschaften in Abu Dhabi gewann. Von der ISA brachte sie zwei Silber- und eine Goldmedaille mit nach Hause. Keine Frage: Marie Carmen hatte ein Wahnsinnsjahr.
Auf dem zweiten Platz landete der junge Zweitplatzierte aus Ungarn: Csillag Kogsis nahm an 13 Rennen teil und schaffte es bei fast allen aufs Podium. Sprint scheint nicht ihr Ding zu sein, denn der 6. Platz beim Spring SUP Race und der 9. Platz bei der ISA sind die beiden Ergebnisse, die sich nicht mit ihren sonst so tadellosen Resultaten decken.
Der dritte Platz geht an Duna Gordillo. Duna ist seit vielen Jahren eine starke WettkĂ€mpferin. Ihre SUP-Karriere reicht sogar bis in ihre Kindheit zurĂŒck, als SUP und die EURO TOUR in Spanien gerade erst begonnen hatten. Duna nahm dieses Jahr 16 Mal an WettkĂ€mpfen teil und schaffte es jedes Mal aufs Podium. Sie hat nur einen 4. Platz im Sprint beim Spring SUP Race. Sie kann sehr stolz auf sich sein, dass sie ĂŒber so viele Jahre hinweg so konstant an WettkĂ€mpfen teilgenommen hat.
Eine der AusreiĂerinnen in diesem Jahr war Esperanza Barreras, die kein so gutes Jahr hatte wie sonst. Sie nahm in diesem Jahr an 13 Rennen teil und schaffte es immer aufs Podium. Leider verpasste sie einige gröĂere Rennen und die beiden Weltmeisterschaftsschiffe. GerĂŒchten zufolge musste sie sich um einige familiĂ€re Dinge kĂŒmmern und verpasste deshalb die ICF und die ISA. Wir sind sicher, dass sie 2026 stark zurĂŒckkommt.
Aus deutscher Sicht ist es toll zu sehen, dass Skadi Langbei aus Berlin die Top 12 geschafft hat. Skadi war an 13 Rennen dabei und war auf mehreren Podien zu sehen. Ihr bestes Resultat war der erste Platz im Longdistance am Plantet Baltic SUP Race.
Bei der Betrachtung der Over all Top Rankings der Frauen sind uns jedoch ein paar Dinge aufgefallen, die unserer Meinung nach einige Diskrepanzen darstellen. Zum Beispiel: Juliette DuHaimes Platz 8 im Vergleich zu Hanna Kaminskas Platz 7. Juliette ist ein internationaler Name mit einem Weltmeistertitel. Hanna ist eine regionale Paddlerin aus Polen. Hanna hat bei allen Rennen, an denen sie teilgenommen hat, sehr gut abgeschnitten. Die meisten von ihnen waren in Osteuropa. Hanna und Juliette haben nie an denselben Rennen teilgenommen. Das ist die Diskrepanz, die wir vom Stand Up Magazin hoffentlich eines Tages ĂŒberwinden werden. Bislang ist der Sport sehr regional und das einzige einheitliche Ranking-System, das wir haben, ist der SWR. Der nĂ€chste logische Schritt wĂ€re, dass alle Top 20 Racer auf dieser Liste im Laufe des Jahres an einer Reihe von Rennen teilnehmen. Je weiter wir in der Liste nach unten gehen, desto regionaler wird sie.
MĂ€nner Top-Athleten

Shuri „Shrimpy“ Araki ist mit Sicherheit DER unbestrittene Weltbeste von 2025. Er nahm an 17 Rennen teil, von denen er 12 gewann. Shrimpy kam wĂ€hrend der Hauptsaison nach Europa und dominierte so gut wie alle Rennen. Shuri Araki blickt bereits auf viele Jahre SUP-Rennen zurĂŒck und betrat die BĂŒhne als SUP-Wunderkind, jetzt ist er der stĂ€rkste und bestĂ€ndigste SUP-Athlet der Welt. Wir freuen uns schon darauf, ihn im Jahr 2026 paddeln zu sehen.
An zweiter Stelle steht Donato Freens. Donato ist ein weiterer SUP-Sportler, der schon als Jugendlicher fĂŒr Furore gesorgt hat. Donato hat 2025 insgesamt 17 WettkĂ€mpfe bestritten. Bei den meisten von ihnen stand er auf dem Podium, aber bei einigen Events lief es leider nicht so, wie er wollte. Das World SUP Festival Costa Blanca war eines davon. Beim ICF nahm er nicht teil und belegte in Abu Dhabi im Sprint einen 4. Wie wir Donato kennen, ist er ein hungriger Athlet und wir sind sicher, dass er 2026 mit voller Kraft antreten wird.
Aaron Sanchez belegte dieses Jahr den dritten Platz. Er nahm an 15 Rennen teil. Seine bemerkenswertesten Ergebnisse waren sein 1. Platz in der Longdistance beim Triple S Festival in Melilla und dann der gröĂte Moment seiner Karriere, als er die ICF SUP World Championships in einem legendĂ€ren Tech. Race gegen Shuri Araki gewann. Der Rest der Rennen war eine bunte Mischung aus PodiumsplĂ€tzen und Top Ten.
Normen Weber schaffte es auf den 9. Platz im internationalen Feld. Das ist wirklich eine herausragende Leistung. Normen gehört zu den „Middle-Aged“ Athleten zeigt aber immer wieder wie stark er ist. Er dominiert die Regionaleszene und seine Resultate an internationalen Rennen sind respektabel. In den 17 Rennen die er in 2025 bestritt war er meist auf dem Podum und an den Weltmeisterschften in Abu Dhabi hielt er Schritt mit der Weltelite.
Benyam Bossak Germanies Top Junior kommt auf den 16. Platz. Er war an 17 Rennen dabei eigentlich nie schlechter als der 7. Platz ausser im Battle for Hercules. Ansonsten war Benyam immer auf dem Podium oder ganz nah dran. Wer weis, wenn er so weitermacht wird er eines Tages neben den grossen Namen im Sport stehen.
Wenn wir weiter unten auf der Liste nachschauen, sind die Namen weniger regional als bei den Frauen. Wir kennen alle Namen auf die eine oder andere Weise aus den Vorjahren und anderen groĂen Rennen im Laufe des Jahres. Das macht auch Sinn, denn wir haben doppelt so viele mĂ€nnliche Athleten wie Frauen.
Fazit
Das Jahr 2025 war ein groĂartiges SUP-Jahr, wir hatten so viele tolle Events, ĂŒber die wir berichtet haben. Es begann mit der boot in DĂŒsseldort mit einem Event, von dem die Athleten nur trĂ€umen können und bei dem sie wie Superstars behandelt wurden. Es folgte ein groĂartiger FrĂŒhling und FrĂŒhsommer mit all den tollen Rennen in Italien, Spanien und Ăsterreich. Alles konzentrierte sich auf die erste JahreshĂ€lfte und ĂŒberlieĂ den Rest der Saison einem eher regionalen Kalender. Ganz am Ende des Jahres kommen alle Athleten noch einmal in Abu Dhabi und El Salvador zusammen.
Was die Zukunft bringt oder nicht bringt, darĂŒber haben wir schon oft geschrieben. FĂŒr uns hier beim Stand Up Magazin war es ein schwieriges Jahr. Wir haben viele Anzeigenkunden verloren und die Branche ist generell noch nicht ĂŒber den Berg. Wir haben unsere Community gebeten, uns bei unserer Arbeit zu unterstĂŒtzen. Das Stand Up Magazin lebt von seinen UnterstĂŒtzern, ob privat oder geschĂ€ftlich. Wenn wir nicht die nötige UnterstĂŒtzung bekommen, sieht unsere Zukunft vielleicht nicht so rosig aus.
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