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Interview mit Sonni Hönscheid

Interview Sonni Hoenscheid

Sonni Hönscheid ist ein Kind des Wassers, geboren auf Sylt. Aufgewachsen ist sie an den Stränden von Sylt, Fuerteventura und Hawaii. Ihr Vater Jürgen Hönscheid, war ein Windsurfworldcup Profi und reiste mit der ganzen Familie um den Globus um zu trainieren und an verschiedenen Wettkämpfen zu starten. Als Sonni vier Jahre alt war, packten sie den Toyota Landcruiser voll und ab ging es nach Fuerteventura. Dort haben sie sich den bekannten North Shore Surfshop aufgebaut (www.northshore-fuerte.com). Die ganze Familie pendelt nun zwischen Sylt und Fuerteventura. Zum trainieren sind die Bedingungen auf den Kanaren aber beständiger das ganze Jahr über.

Unter Surfern, Windsurfern und Stand Up Paddlern ist Sonni Hönscheid bereits bekannt dank ihrer 12 Titel als Deutsche Surfmeisterin und ihrem Sieg am JEVER SUP Worldcup in Hamburg in 2009. In 2008 wurde sie von ‘Sports Awards’ Deutschland zur Surferin des Jahres gewählt.

Diesen Herbst verbrachte Sonni Hönscheid auf Maui zum Surfen und Paddeln, wo sie das neue Material von Naish, ihrem Sponsor, für die Paddelsaison 2011 testete.

Wir hatten die Gelegenheit Sonni, in Pa’ia an der North Shore von Maui, dem Epizentrum des Stand Up Paddel Sports, zum Interview zu treffen.

Sonni Hoenscheid auf Maui

Stand Up Magazin: Aloha Sonni, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für uns genommen hast.

Sonni Hönscheid: Es ist mir eine Freude.

SUM: Wie bist Du zum Stand Up Paddel Sport gekommen?

SH: Das war vor ca. 6 Jahren als wir auf Fuerte SUP das erste Mal gesehen haben. Mein Vater hat dann sogleich zwei Stand Up Bretter gebaut (Anm d. Red.: Sonnis Vater, Jürgen Hönscheid, ist ein international bekannter Windsurfer der nun auf Fuerteventura Windsurfbretter baut, „North Shore Surfboards)

Vor zwei Jahren hat mich dann der Präsident des Deutschen Wellenreitverbandes (DVW) angesprochen, ob ich jemanden kenne der Stand Up Paddling betreibt, da ein SUP World Cup in Deutschland stattfinden sollte. Ich habe ihm dann gesagt, dass ich diesen Sport schon betreibe, wurde dann nach Hamburg eingeladen und gewann den ersten Platz. So kam ich dann auch ins Team bei Naish und seit dem trainiere ich regelmäßig auf dem Stand Up Paddel Brett.

SUM: Trainierst Du mehr für Stand Up Surfen oder für Flatwater Paddelrennen?

SH: Hauptsächlich fürs Flatwater.

SUM: Wie hat sich SUP auf Fuerteventura entwickelt?

SH: Auf Fuerte hat sich schon eine kleine SUP Szene gebildet, wir hatten auch schon ein paar Rennen und diesen November fand bei uns ein kleines SUP Festival statt.

SUM: Da Du nun bei Naish bist und mehr trainierst, bist Du nun öfters mit dem SUP unterwegs um verschiedene Spots zu bepaddeln?

SH: Bis jetzt eigentlich noch nicht so viel, ich war natürlich schon ein paar Mal in Hamburg und war noch am „Battle of the Paddle“ in Kalifornien. Das war von Null auf Hundert in einer Sekunde, da waren alle Marken, Hunderte von Teilnehmern und Tausende von Zuschauern, das war voll krass. Aber Maui ist natürlich das Schönste von allem, es motiviert mich unheimlich.

SUM: Erzähl uns doch ein wenig von Deinem Eindruck hier auf Maui.

SH: Der Trip nach Maui hat mich sehr inspiriert und motiviert, mich im Stand Up Paddel Sport weiter zu entwickeln. Ich paddelte einige „Downwinder“ am Maliko Run mit Michi von Naish und meinem guten Freund Loch. (Anm. d. Red.: Michi Schweiger/ Naish und der Hawaiianer Loch Eggers,  einer der ersten Stand Up Paddler. Loch baut gerade seine eigene Firma auf, für Frauen die Stand Up Paddeln, www.luvsup.com) Beide konnten mir sehr viele Tipps geben und ich habe mich in den letzten Wochen stark verbessert.

SUM: Beide Inseln, Fuerte und Maui, sind sehr bekannt wegen ihrer guten Lage in den Passatwinden und Downwinder Rennen sind auf Hawai’i die Königsdisziplin, kannst Du die zwei Destinationen vergleichen?

SH: Ja eigentlich schon, außer das auf Maui die Bedingungen noch etwas beständiger sind. Wir haben auch ein paar sehr gute Downwinderstrecken auf Fuerte und mit dem richtigen Board macht es sehr viel Spass!

SUM: Man sieht auch sehr viele Frauen in diesem Sport, was rätst Du interessierten Frauen die den Sport zum ersten Mal ausprobieren möchten?

SH: Hmmm…einfach darauf stellen und nicht zögern. Oft höre ich, dass die Frauen etwas Berührungsängste haben. Ich rate allen Frauen: „Stellt Euch einfach drauf und probiert es, reinfallen ist nicht schlimm das gehört dazu.“ Beim Stand Up Paddeln hat man einen riesen Trainingseffekt, man trainiert den ganzen Körper, Gleichgewicht und bekommt es gar nicht mit weil man so viel Spass hat.

SUM: Was ist Dein ideales Brett?

SH: Also hier auf Maui für den Downwinder schwöre ich auf das Naish Glide 14’0“.

SUM: Und auf was für einem Brett hast Du angefangen?

SH: Damals mit einem 11’6“ Allround von meinem Vater und danach bekam ich dann das Naish Glide 14’0“.

SUM: Hast Du Ziele und Ambitionen für die 2011 Paddelsaison?

SH: Ja, mein grösster Traum wäre in 2011 am Molokai to O’ahu rennen mit zu fahren, darauf trainiere ich nun auch. Hamburg ist natürlich auch auf der Liste und am „Battle of the Paddle“ möchte ich auch wieder mitmachen.

SUM: Du fokussierst also auf diese drei Rennen für 2011.

SH: Ich möchte so viele Rennen mitmachen wie möglich. Um mir das zu finanzieren suche ich neben Naish, Roxy und Planet Sports gerade noch weitere Sponsoren.

SUM: Du hast also jetzt genügend Zeit Dich auf Fuerteventura auf die Kommenden Paddelsaison 2011 vor zu bereiten. Ihr (Familie Hönscheid) habt ja auch einen Shop auf Fuerte, habt Ihr auch schon Pläne wir Ihr den Sport auf den Kanarischen Inseln mitgestalten werdet?

SH: Bis anhin war das eigentlich noch kein grosses Thema, aber egal wo ich bin, versuche ich den Sport gut zu repräsentieren und zu pushen.

SUM: Kann man bei Euch Stand Up Paddel Bretter mieten oder Kaufen?

SH: Mietbretter kann ich für unsere Kunden organisieren und Naish boards können wir auf Anfrage für unsere Kunden bestellen.

SUM: Wo siehst Du den Sport in den nächsten Jahren in Deutschland / Europa?

SH: Das wird sich alles im Flatwater-Segment abspielen. Ich bin sicher, das wird sich in Deutschland riesig verbreiten, das hat man ja auch schon am Jever SUP World Cup in Hamburg gesehen. Das der Trend vor allem bei den Kanuten immer beliebter wird habe ich jetzt noch gar nicht so mit bekommen. Was ich aber gesehen habe ist wie die Leute es super finden, dass der Surf-Livestye nun mit dem SUP in die Städte getragen wird und man nun auch auf dem flachen Wasser surfen kann.

SUM: Zum Schluss noch unsere obligate Schlussfrage: Denkst Du das Stand Up Paddeln das potential zum Olympischensport hat?

SH: Das denke ich auf jeden Fall.

SUM: Vielen Dank Sonni für dieses Gespräch.

SH: War mir eine Freude.

Text: ©Stand Up Magazin

Fotos: Darrell Wong, Naish Maui, JEVER SUP Worldcup, Stand Up Magazin

Sonnis Webseite: www.sonnihoenscheid.com

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