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Stand Up Paddling am schönsten Ort der Welt

Die Nordküste Molokais ist die tropische Version der Südwest Küste Englands. Die Klippen ragen bis1000 Meter aus dem Wasser, die starken Nordost Passate blasen Tag ein Tag aus ans Land und im Winter wird die Küste pausenlos von Swells bombardiert. Sonnenschein an diesem Ort ist sehr rar, da die Klippen so hoch sind, die Täler tief und genau nach Norden zeigen.

Dieser Ort liegt so nah bei Maui und ist doch so schwer zu erreichen. Nur wenige Tage im Jahr erlaubt die Wetterlage einen Besuch an diesem mystischen und faszinierenden Ort.

Dieses Wochenende war meine Zeit gekommen diesem Ort einen Besuch abzustatten. Mein Freund Phil mit dem Katamaran Manu Kai war bereit für einen Camping Trip ans Ort der Sagen und Mythen. Mein Freund Jamie kam ebenfalls mit, er verschob seinen ganzen Terminkalender für diese seltene Chance.

Am Samstagmorgen Segelten wir los in Richtung Westen. Die Winde waren perfekt. Wir Segelten in einer flachen See gegen ca. 10kt Wind an. Als wir Molokais Nordküste erreichten, fiel der Wind zusammen so, dass wir nun mit Motor und Segel unterwegs waren. Der Beste Ankerplatz diesem unzugänglichen Ort ist auf der Leeseite der Halbinsel Kalaupapa.

Diese Halbinsel liegt flach am Fuße der hohen Klippen. Dieser Ort wurde im 19. Jahrhunder bis hinein ins Frühe 20. Jahrhundert als Verdammungsplatz für Leprakranke benutzt. Heute leben dort noch ca. 10 der letzen Patienten die um ca. 1935 hier her kamen. Der Ort ist das perfekte natürliche Gefängnis. Die Halbinsel liegt am Fusse der hohen Klippen und war damals nur per Schiff erreichbar. Heute führt ein schmaler weg hinunter und eine Landbahn für Kleinflugzeuge wurde erbaut.

Wir erreichten den Ankerplatz einige Stunden bevor Sonnenuntergang und hatten genug Zeit um unser Mitgebrachtes StandUp Surfboard auf den kleinen Wellen am Riff auszuprobieren. An Land gehen ist dort verboten. Man kann diesen Platz nur in
einer geführten Tour besuchen. Ausser den Patienten leben dort hauptsächlich Staatsangestellte und ein paar Doktors. Wenn der letzte Patient gestorben ist, wird dieser Platz unter Denkmalschutz gestellt.

Wir verbrachten einen perfekten Nachmittag in dieser idyllischen Gegend und hatten Spaß mit unserem Überbrett. (Da wir keine „richtigen“ Wellen erwarteten brachten wir nur das SUP Brett mit.)

Am nächsten war Tagwach bei der ersten Morgendämmerung. Phil erwachte als erster und schrie laut aus: „Let’s go fishing!“ Wir fingen jedoch nichts. Phil hatte wie immer tausend Gründe warum gerade Heute die Fische nicht beissen wollten: Der Mond, die Gezeiten, der Köder, Tageszeit und und und. Mir wars egal, ich sah nur eins: Eine Monumentale grüne Kulisse vor meinen Augen. Nach fünf Jahren warten und zahllosen Geschichten von Phil waren wir nun endlich da. Der Wind war leicht so, dass wir halt machen konnten um unser Brett ins Wasser zu lassen. Wir paddelten abwechslungsweise die Küste hoch Jamie und ich, oder Phil warf uns eine Leine und zog uns ein Weilchen hinter dem Boot her.

Dem Glück jedoch nicht genug, wir fanden sogar eine Buch mit einer surfbaren Welle. Wir dachten erst es wäre zu klein zum Surfen, schauten uns die Stelle jedoch genau an. Es kam sogar ein Set das man mit einem Shorboard hätte surfen können. Da wir aber solches nicht dabei hatten surften wir halt mit dem 14fuss Überbrett. Wir verbrachten ein paar Stunden dort bis jeder eine Welle hatte. Als Jamie dann wieder am Zug war stellten wir fest, dass das Brett nicht mehr zu steuern war. Er drehte das Brett um, die Finne war weg. Das war schade weil es mit Surfen nun zu ende war. Wir suchten nun das Riff nach der Finne ab. Wie lächerlich zu glauben die jemals wieder zu finden. Das war uns aber egal wir wollten einfach nochmals ein Welle surfen. Aber eben, die Finne war weg. So war es Zeit unsere Sachen unter Deck zu bringen, die Segel hoch zu ziehen und wieder weiter Segeln. Der Wind begann einzusetzen und wir segelten unter Spinacker auf Maui zu. Wir prosteten uns gegenseitig zu mit den letzten Bieren die wir noch hatten und konnten unser Glück kaum fassen.

by: Mike Jucker Hawai’i



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1 Enlightened Reply

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  1. obarns says:

    Da wäre ich gerne dabei gewesen. Tolle story!
    Wäre noch interessant mehr über die Leprakranken und ihre Geschichte der letzten 70 Jahre- in dem ehemaligen Paradiesgefängnis- zu erfahren.

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