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SUP Reisen mit dem Boot ist ein Traum

Das Stand Up Magazin erzählt die Geschichten von verschiedensten Leuten und was Marije und ihr Mann durchgezogen haben trauen sich nur die wenigsten, träumen davon tun aber viele. Die Geschichte von Marije und ihrem Mann hat eigentlich nur indirekt mit SUP zu tun. Ich fand die Geschichte aber dermaßen inspirierend, dass ich mich entschlossen habe, ihrem Wunsch nachzukommen die Story zu veröffentlichen.

2009 kauften sich die Zwei eine alte Brigantine in Holland und restaurierten das Segelschiff nebenberuflich vier Jahre lang. Im August 2013 war es dann so weit: Das Boot war parat und so waren es auch Marije und Marco. Sie packten alles ein und segelten mit ihrem Sohn los. Wer weiß, wo sie gerade waren, während ich den Text übersetzte, wer weiß wo sie gerade sind, wenn du diese Geschichte liest. Lass dich inspirieren und folge deinem Traum so wie es diese Familie gemacht hat.

Eine Erzählung von Marije den Breems | Fotos: Stuart Gibson
Mein Mann Marco und mein Sohn Mathies sind nun schon seit 2013 auf unserem Boot unterwegs. Wir waren für zwei Jahre im Südpazifik, wo wir jeden Tag in vollen Zügen genossen. Die Leute auf allen Inseln hießen uns immer mit offenen Armen willkommen. In diesem Moment, wo ich diese Geschichte schreibe, sind wir gerade in Fiji. Mein Mann und ich sind begeisterte Kitesurfer und entdecken gerade die Surfspots rund um Namotu und Tavarua. Wenn wir hier mit dem Südpazifik durch sind, dann wollen wir uns in Richtung Indonesien aufmachen und dort die Surfsaison verbringen. Wer Lust hat, bei uns an Bord zu kommen, ist herzlich eingeladen – wir sind gerade dabei, Platz zu machen für Chartergäste.
Nach ein paar tollen Surfsessions an Punta Preta vergaß ich den ganzen Horror wieder und fühlte mich wieder sehr glücklich. Wir lernten sehr schnell aus unseren Fehlern und hatten dann obendrauf auch noch Glück boot-traum-mit-SUPauf unserer 18-tägigen Atlantiküberquerung von Sao Vincente nach St. Vincent und den Grenadinen. Das war im April 2014.

Ich vergesse den Tag nie, als wir nach knapp drei Wochen endlich wieder Land sahen. Allein der Geruch von Erde, Feuer und Blumen war überwältigend. Wir waren zum ersten Mal in der Karibik und wurden sofort von freundlichen Fischern begrüßt, die uns frischen Thunfisch anboten. Wellen fanden wir nicht sehr viele, aber wir hatten trotzdem Spaß daran, unsere Ankerplätze mit dem SUP oder auch mit dem Kite zu erkunden.

Bei Panama entdeckten wir die San Blas Inseln. Daran werde ich mich ein Leben lang erinnern. Ich war auf dem Vordeck und passte gut auf, dass wir in dem untiefen Wasser nicht auf Grund liefen. Das Wasser war so unglaublich klar und spiegelglatt. Wir waren jetzt in einer Lagune voller kleiner Inseln. Wir verbrachten einige Tage dort und erkundeten die Gegend mit unserem Boot, den SUPs und, wenn es der Wind zuließ, auch mit dem Kiteboard. Eines Nachmittags warnt uns unser Sohn, er hätte ein Krokodil im Wasser gesehen. Wir schauen sofort nach, aber entdecken, dass es sich um einen Baumstamm handelt. Aber offenbar soll es in den Gewässern von San Blas Krokodile geben – wir nehmen jede Warnung also sehr ernst, gerade in der Nacht. Etwas später schon wieder: Mathis will ein Krokodil gesehen haben und diesmal stimmt es auch. Wir nehmen unseren großen Strahler und tatsächlich: Ein gut drei Meter großes Krokodil schwimmt im Wasser nicht weit vom Boot. Das ist jetzt aber ein Erlebnis! Mein Sohn ist ganz außer sich: Er hat ein Krokodil entdeckt!

Obwohl mir ja die Karibik sehr gut gefällt, fehlen mir die Wellen hier. Wir sahen schon Wellen und surften auch ein paar Mal, aber so richtig gut war es nie. Umso mehr freute ich mich als wir per Zufall inden San Blas Inseln eine Welle entdeckten, die perfekt das Riff runterlief. Ich konnte mich nicht mehr halten. Ich machte sofort all meine Sachen parat und sprang ins Beiboot, um zur Welle zu fahren. Ich verbrachte den ganzen Nachmittag damit, die Welle alleine zu surfen. Keine Menschenseele im Wasser – nur ich und mein Sohn spielte mit seinen neuen Freunden von der Insel am Strand. Ich war hin und weg von meiner Entdeckung der Welle und von den San Blas Inseln generell.

VON DER KARIBIK IN DEN SÜD PAZIFIK

Wir hatten eine wirklich tolle Zeit in der Karibik, wir haben angefangen Chartergäste an Bord zu nehmen und lernten, wie man das Boot richtig segelt. Guadeloupe, Tobago und San Blas gefielen mir am besten, die Wellen waren sehr gut dort und es gab wenig Touristen. Die besten Wellen fanden wir dann aber, als wir den Panamakanal hinter uns ließen und in Französisch-Polynesien ankamen. Wir fanden so viele unberührte Spots in den Tuamotus und Gambier. Die Wellen hier waren extrem schnell, hohl und liefen über sehr untiefe Riffe. Ich lernte
sehr schnell, mit dem SUP-Surfbrett auf diesen Wellen einen Take-Off zu machen. Die Haie im Wasser machten das Ganze auch nicht gerade freundlicher. Diese Fische sind überall und manchmal auch sehr agressiv. Mein Kollege wurde an einem sehr abgelegenen Riffpass von einem „Lemon“ Hai angegriffen. Das Teil war gute 2,5 Meter lang und kam drei Mal zurück. Wir flüchteten in Todesangst aus dem Wasser und zum Glück auch mein Kollege. Er musste mit 64 Stichen am Bein genäht werden und hatte echt Glück, dass er sein Bein nicht verloren hat. Das war echt ein traumatisches Erlebnis. Nach sechs Monaten war er wieder okay und konnte wieder ins Wasser gehen. Ich bin seit diesem Erlebnis sehr vorsichtig geworden und wenn ich einen Hai sehe, verlasse ich sofort das Wasser.

TAHITI

Wir ließen die Tuamotus hinter uns und segelten in Richtung Tahiti, welches komplett anders ist als die Atolle draußen im Meer. Tahiti ist ein großer, grüner Berg, der aus dem Meer ragt mit einem Gipfel von 2241 Metern über dem Meer. Wir verlieben uns in die Insel auf den ersten Blick. Ich probiere die verschiedensten Surfspots mit meinem SUP aus und bin überrascht wie freundlich die Locals überall sind. Zum ersten Mal treffe ich Locals, die gerne ihre Welle mit einem Besucher teilen. Wir rufen uns gegenseitig zu und haben Spaß.

Besser wurde es noch auf der Nachbarinsel Moorea. Das waren die besten Wellen, die ich bis jetzt hatte. Wir hatten Swell jeden Tag und ankerten mit der „Silverland“ direkt in der Riffpassage. Jeden Morgen hatte ich die Welle für mich alleine und musste allerhöchstens die Wellen mit ein paar Delfinen teilen. Wenn man sich umdreht und zurück in Richtung Land schaut und die grünen Täler der Insel sieht, hat man echt das Gefühl im Paradies gelandet zu sein. Die Wellen in Tahiti sind aber echt nicht einfach. Wenn man ins Wasser fällt, dann ist es gerade mit dem SUP nicht sehr einfach. Gerade wenn die Wellen etwas größer sind. Wenn man mit dem SUP einmal im Weißwasser ist, dann hat man meist keine andere Wahl als sich über das Riff treiben zu lassen in der Hoffnung, dass man nirgends anschlägt. Hinterher muss man durch die Lagune wieder hoch zum Line Up paddeln.

brigantine

Nach den tollen Wellen in Moorea und Tahiti mussten wir aber relativ schnell nach Fidschi übersetzen, denn wir haben jetzt eine Chartergruppe gebucht. Es ist immer etwas kompliziert einen „Charter“ so weit im Voraus zu buchen und dazu noch an einem Ort, den man noch nicht kennt. Zwei Monate von Raiatea nach Nadi in Fidschi sollten uns aber reichen würde man denken, aber es reicht nicht, um alle Inseln dazwischen kennenzulernen. Wir mussten Tonga leider auslassen und kamen dann drei Wochen vor unseren Gästen im Norden von Fidschi in SavuSavu an. Es ist ein weiterer toller Ort mit vielen netten Leuten. Nachdem wir unseren Zoll und alles abgefertigt hatten, ging es zur Westseite nach Viti Levu, wo wir unsere Gäste abholen sollten. Mit ihen gingen wir dann an die weltbekannten Surfspots wie Namotu und Cloudbreak. Zu unserem sup-surfing-fidschiGlück fanden wir den Spot in seiner vollen Pracht vor. Namotu ist aber eine private Insel und es war uns nicht erlaubt, den Strand zu betreten – auch die Kinder wurden wieder weg geschickt. Das machte uns aber gar nichts aus, denn wir gingen einfach wieder ins Wasser zum Surfen und machten es uns danach an Deck gemütlich. Nachdem unsere Gäste wieder abgereist waren, segelten wir von Nadi wieder zurück zum Cloudbreak und verbrachten mehrere Wochen damit, perfekte Wellen zu surfen. Jeden Tag, Tag ein, Tag aus. Es ist mir fast peinlich zu sagen, dass wir von Fidschi nicht viel gesehen haben. Wir waren einfach immer nur am Surfen. Es war schon spät im Jahr und die Surfsaison war fast vorbei, darum war Cloudbreak auch fast leer.
Jetzt machen wir uns aber auf den Weg in Richtung Indonesien, wo wir ab Mai 2019 die Surfsaison verbringen werden.

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Wer sich mehr für das Leben von Marije und ihrer Familie und die Brigantine
„Silverland“ interessiert, kann sich hier online informieren:
www.sailing-silverland.nl/en

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