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Surflehrerin abseits von Klischees

Drei Disziplinen, mehr Zeit auf dem Wasser und Spaß am Ausbilden: Das ist es, was Mine Kirstein mit Wind-, Kitesurfen sowie Stand up Paddling und ihrer Arbeit beim VDWS verbindet. „Ein großer Vorteil als Wassersportlehrerin ist es, dass man unbegrenzt Bikinis kaufen kann – die Arbeitskleidung“, sagt sie lachend und spielt so mit typischen Klischeevorstellungen.

Mine-Kirstein

Es regnet in Strömen, der Wind ist nur ganz leicht spürbar. Mine hat einen Trip von Ihrer Heimat Föhr aufs Festland geplant. Auf die Schnelligkeit der Fähre möchte sie nur auf einer Strecke zurückgreifen. Da der Wind aber fürs Surfen nicht ausreicht, greift sie sich kurzerhand das SUP-Board und paddelt hinüber. „Das Schöne an der Disziplinvielfalt ist, dass man viel häufiger aufs Wasser kommt“, freut sich die 37-Jährige. Die Wasserzeit sei begrenzt, wenn man sich nach der Windstärke richten müsse, die für das Wind- oder Kitesurfen notwendig ist. „Auch wenn man dann das eigene Fahrkönnen pro Sportart nicht so leicht halten kann.“ Und jede mache ihr auf ihre Art und Weise Spaß, sodass sie auch auf keine verzichten möchte. „Ich hab mich früh dafür entschieden, nicht in Wettkämpfen mitzufahren, sondern zu unterrichten“, erklärt sie, wie sie ihre Liebe zur Vielfalt perfekt einsetzen kann.

Mine-Kirstein-VDWS-SUP-Lehrerin

Angefangen hat alles in einer Windsurfschule auf Fuerteventura. Damals hatte Mine Kirstein noch nie auf einem Brett gestanden und sich für einen Officejob beworben. Doch als Lehrer fehlten, sprang sie ein. Fünf Monate nachdem sie zum ersten Mal ein Windsurfsegel in die Hand genommen hatte, kam ein Ausbilder vom VDWS nach Fuerteventura und bildete sie zusammen mit Kollegen zum Surflehrer aus. „Ich fand die Ausbildung so toll. Es war sehr professionell und gut organisiert.“ Also blieb sie dabei, wurde Ausbilderin und als die Nachfrage nach Kitelehrern stieg, machte sie ihre zweite Ausbildung und wurde auch dort ins Lehrteam aufgenommen.

SUP-Lehrgang-VDWS

Pausen gab es für Mine keine. Auch nicht, als sie schwanger war. Zu dieser Zeit stellte sie fest, dass die Wassersportszene durchaus – abseits der weit verbreiteten Klischees von Party und sexy Surflehrern – auch für werdende Mütter Verständnis hat. Als sie einen Lehrgang gab – im fünften Monat schwanger – und ihre Teilnehmer darauf ansprach, war das Feedback durchweg positiv. „Ich hatte mich schon gefragt, wie sie es finden, von einer Schwangeren unterrichtet zu werden. Immerhin hat man ja Vorbildfunktion und verkörpert den Sport.“ Und obwohl sie bei den Events wie Berg- und Abschlussfest nicht so lange mitfeiern konnte, reagierten alle positiv. Sie fragten viel und boten ihr beispielsweise auch an, ihr Material zu tragen. Das habe sie allerdings abgelehnt. Mittlerweile ist ihre Tochter 17 Monate alt, lag bereits mit neun Monaten das erste Mal auf dem SUP und kommt auf die Lehrgänge mit Babysitter mit. Wassersport und Familie passt gut zusammen, resümiert Mine Kirstein.

VDWS-SUP-Schulung

Seit dem vergangenen Jahr gibt es beim VDWS nun auch ein SUP-Lehrteam, in dem auch die 37-Jährige mitarbeitet. Aber egal, ob sie Windsurf-, Kite- oder SUP-Lehrer ausbildet, wichtig ist Mine Kirstein die Praxisnähe. „Alles, was wir besprechen, können wir gleich auf dem Wasser ausprobieren. Die Teilnehmer lernen vor der Gruppe zu sprechen und üben, echte Schüler zu unterrichten. Die Motivation sei hoch, freut sich die Ausbilderin. „Sie kommen, weil sie es wollen und saugen alles auf. Sie sind on fire.“ Und es bleibe spannend, denn mit jedem Teilnehmer kommen auch neue Ideen aus anderen Revieren, es wird diskutiert und sich ausgetauscht. „Es ist ein Geben und Nehmen – auch noch nach all den Jahren.“

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