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Team Stand Up Magazin Notlandung in Iqaluit

Eigentlich waren wir schon auf dem Heimweg von der boot in Düsseldorf, aber der Nonstop Flug von Zürich nach Los Angeles musste wegen einer Panne am linken Triebwerk abgebrochen werden. Genau… abgebrochen mitten in der Luft landen sofort.

Wir waren knappe 7 Stunden unterwegs und haben gerade Grönland hinter uns gelassen, als der Kapitän den 216 Passagieren erklären musste, dass man einen Triebwerkausfall habe und auf Grund dessen landen müsse. Es war taghell draussen und ich war grad an meinem 3. Film. Ich merkte nichts von einem Triebwerkausfall, denn der Lärmpegel in der Kabine veränderte sich nicht obwohl wir wohl nur noch mit einer Turbine flogen. Alles verlief ruhig, die Flughöhe wurde entsprechend verringert und der Pilot musste zu meinem Bedauern wer weiss wie viel Kerosin aus dem Tank in die Atmosphäre entlassen.

Eine knappe Stunde später landeten wir in einem Nest am Rande der Zivilisation. Iqaluit ist die Hauptstadt einer Nordkanadischen Provinz Namens Nunavut. Noch nie davon gehört, aber so wie es aussieht sollten wir eine geraume Zeit dort verbringen. Die Boeing 777 der Swiss setzte auf der Piste auf und kam zu einem abrupten Stopp. Der Pilot leistete gute Arbeit, denn die Triebwerke werden auch zum Abbremsen nach der Landung benutzt und nur mit einer Turbine merkte ich wie der Flieger leicht schräg auf der Piste aufkam.

Jetzt saßen wir dort auf der Piste und der Flieger konnte erst mal nicht umdrehen und zum Terminal rollen da zu viel Schnee, aussen Temperatur -21Grad Celsius. Die Passagiere waren den Umständen entsprechend sehr gelassen. Ich glaube alle konnten es erst mal kaum glauben an so einem abgefahrenen Ort angekommen zu sein. Die Damen von der „Cabin Crew“ servierten ein paar Drinks und man musste nun schauen wie es wohl weiter gehe würde. Ausser den Rauchern hatte sowieso keiner Bock auszusteigen. Ich selber war sehr froh, dass ich schon auf quasi heimischen Boden war und somit also auch Empfang hatte mit meinem Handy. So konnte ich die Außenwelt davon informieren was grad passiert war.

Das Thema in Iqaluit:

Schön wie sich alle Leute auf dem Flieger anfreundeten, besonders jene die Wind davon bekamen das ich Empfang mit meinem Handy hatte. Wir spekulierten alle wie es wohl weiter gehen würde: Verbringen wir die Nacht in einem Hotel in Iqaluit? Kann man das Triebwerk sofort reparieren? Der Zwischenfall verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf dem Internet, innert einer Stunde, waren die Nachrichten schon in der Schweizer Presse.

Aussteigen ging nicht, die Ankunftshalle zu klein, kein Hotel und auch keine Zollbeamten. Es gab also keine andere Wahl als im Flieger zu bleiben. Mittlerweile war es dunkel und das Termometer war bei -30Grad angekommen. Keine 2 Minuten will ich da raus gehen. Der Flieger war geheizt, die Filme gingen weiter und Essen war auch genug da. Keine sorge also, wir waren auf die Nacht vorbereitet, welche dort schon um 15:30 begann. Der Swiss blieb keine andere Wahl als einen Flug von New York nach Zürich zu streichen und einen Airbus A-330 zur Rettung zu schicken. Das sollte aber noch etwas dauern, Flugzeit 3,5h. Ich versuchte zu schlafen. Er Airbus landete gegen 2 Uhr Morgens. Der Flughafen von Iqaluit verfügt aber nur über eine Treppe die hoch genug ist um an die Türen von grossen Fliegern zu gelangen. Fünf alte Schulbusse fuhren vor und alle Passagiere mussten entladen werden. Bevor man überhaupt den neuen Flieger beladen konnte.

Minus 30 Grad in Somerklamotten, vielen Dank. Zum glück reiste ich in Jeans aber mit einer kleinen Jacke und T-Shirt war das dann schon heftig. Eine Decke auf dem Flieger half mir warm zu bleiben. Jetzt mussten wir im Schulbus warten bis alle aus dem Flieger waren und die Treppe zum neuen Flieger gebracht wurde. Das war eine kleine Ewigkeit.

Wer weis wie lange alles ging, aber als ich den neuen Flieger betrat war das eine grosse Erlösung. Nun ging es weiter nach New York nicht LA. Nach 24h Reisezeit landeten wir auf dem JFK Flughafen und ich war immer noch sooooo weit von Zuhause.

Die Odysee wollte nicht enden 4 Stunden später war ich auf einem 6 Stunden Flug nach L.A…. ich konnte nicht mehr. Endlich ein Hotelbett. Nochmals 6 Stunden fliegen und ich war endlich Zuhause.

Jetzt beobachte ich wie die Swiss das gesamte Triebwerk der B-777 auswechseln muss bei Temperaturen mit Windchill bis -48 Grad.

Hoffentlich fliege ich an die nächste boot in der 1. Klasse.

Artikel zur Rettungsaktion der B777 im Stern

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